7.08.2016 07:01
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Getreide
Schlechte Ernte in Frankreich bestätigt sich
In Frankreich werden die Befürchtungen bezüglich einer schlechten Getreideernte immer mehr zur Gewissheit.

 Am vergangenen Freitag zogen die Agrarbehörde FranceAgriMer und das Institut für Pflanzenbau (Arvalis) eine vorläufige Erntebilanz, und die fiel Erträge und Qualitäten vor allem für die Hauptproduktionsgebiete im Zentrum und Nordosten des Landes der wenig günstig aus. Die Institutsexperten veranschlagen die landesweite Weichweizenernte 2016 auf 29,1 Mio t; das wären nicht nur 11,8 Mio t oder 29 % weniger als in der guten Vorsaison, sondern auch deutlich weniger als im Fünfjahresmittel.

Der starke Rückgang ist durch die sehr viel niedrigeren Hektarerträge zu erklären, die im Mittel mit nur 55,6 dt/ha um 30 % unter dem Vorjahresniveau liegen. Während sich die Verluste im Süden des Landes in Grenzen halten, sind insbesondere nördlich der Loire Ertragsrückgänge zwischen 35 % und 44 % keine Seltenheit. Auch mit der Kornqualität können wohl nur die Erzeuger im Süden zufrieden sein. Weiter nördlich im Land sind laut ersten Ergebnissen die Hektolitergewichte sehr niedrig, verursacht durch wenige und kleine Körner in der Ähre. Dies habe allerdings den Proteingehalt steigen lassen, der oft über 12 % liege, teilten die Institute mit. Ihnen zufolge zeigt sich für die bereits abgeschlossene Wintergerstenernte ebenfalls ein schwaches Bild.

Die Produktion soll im Vorjahresvergleich um 2,2 Mio t oder 22 % auf 7,8 Mio t zurückgehen und der Durchschnittsertrag von 73,1 dt/ha auf 55,7 dt/ha sinken. Wie bei Weizen fiel die Ernte im Süden und Westen Frankreichs besser als im Zentrum und Norden aus. Oft seien die spezifischen Gewichte unterdurchschnittlich und bei den angebauten Winterbraugerstesorten der Eiweißgehalt mit mehr als 11,5 % zu hoch, berichteten FranceAgriMer und Arvalis. Ihrer Schätzung zufolge ist zudem bei Sommergerste ein Ernterückgang von 600 000 t auf 2,4 Mio t, zu erwarten und bei Hartweizen ein Minus von 400 000 t auf 1,4 Mio t. Kleiner als 2015 wird auch die französische Rapserzeugung sein. Bei einem Rückgang des durchschnittlichen Hektarertrages auf voraussichtlich 31 dt/ha dürfte die Ernte mit 4,7 Mio t rund 600 000 t geringer ausfallen als letzte Saison.

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