26.03.2015 07:35
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Schadensersatzklagen gegen Zuckerunternehmen
Wegen der Preisabsprachen in der deutschen Zuckerwirtschaft, die das Bundeskartellamt im vergangenen Jahr mit einem Bussgeld belegt hatte, kommen auf die Branche jetzt Schadensersatzklagen der Süsswarenindustrie zu.

Wie ein Sprecher von Südzucker vorige Woche gegenüber AGRA-EUROPE bestätigte, sind bei dem Mannheimer Konzern bereits Klagen eingegangen. Das habe das Unternehmen allerdings nicht überrascht. Auf die Ersatzansprüche habe Südzucker bereits in seinem Geschäftsbericht 2013/14 hingewiesen.

Angaben zum bislang eingeklagten Schadensersatz machte der Sprecher nicht. Medienberichten zufolge prüfen derzeit mehrere Süsswarenproduzenten und Einzelhändler Klagen gegen die damals an den Preisabsprachen beteiligten Firmen. Die Forderungen könnten sich laut Schätzungen auf zusammen
3 Mrd. Euro (3,2 Mrd. Fr.) belaufen. Das Bundeskartellamt hatte im Februar 2014 Bussgelder in der Gesamthöhe von rund 280 Mio. Euro (300 Mio. Fr.) gegen die drei deutschen Zuckerhersteller Pfeifer & Langen, Südzucker und Nordzucker sowie gegen sieben persönlich Verantwortliche wegen wettbewerbsbeschränkender Gebiets-, Quoten- und Preisabsprachen verhängt.

Die Verstösse bezogen sich der Behörde zufolge auf Industriezucker und Haushaltszucker. „Die Zuckerhersteller haben ein ‚Gebietskartell’ gegründet und sich über viele Jahre darüber abgesprochen, sich beim Vertrieb von Zucker in Deutschland im Wesentlichen auf ihr angestammtes Gebiet zu beschränken“, erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt damals. Die Absprachen der drei Unternehmen hätten darauf abgezielt, möglichst hohe Zuckerpreise zu erzielen.

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