1.04.2020 15:30
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Coronakrise
S: Landwirtschaft «systemrelevant»
In Schweden sorgt die Corona-Krise für eine politische Neubewertung der heimischen Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Die Stockholmer Regierung stufte die inländische Lebensmittelproduktion als „kritische öffentliche Struktur“ ein und sicherte dem nun auch offiziell als „systemrelevant“ eingestuften Sektor Unterstützung bei der Gewährleistung der Lebensmittelkette von der Urproduktion bis zum Endkunden zu.

Der schwedische Bauernverband (LRF) begrüsste den Schritt, mahnte aber gleichzeitig konkrete Massnahmen an. So müsse dafür gesorgt werden, dass das landwirtschaftliche Personal und insbesondere auch Saisonarbeitskräfte zur Arbeit gelangen könnten. Der Verband pochte auch zumindest bis zum vorletzten Wochenende darauf, den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten, damit Eltern aus dem Agrarsektor nicht zu Hause gebunden seien.

Noch wichtiger sei aber, die Wirtschaftsprozesse so weit wie möglich am Laufen zu halten, um beispielsweise die Bereitstellung von Betriebsmitteln zu ermöglichen. Zwischenzeitlich hat die schwedische Regierung ein Paket zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen geschnürt, von dem auch viele Agrarbetriebe profitieren dürften.

Für Unternehmen bis maximal 30 Mitarbeitern wurden die Arbeitgeberabgaben bis einschliesslich Juni deutlich abgesenkt oder sogar ganz ausgesetzt. Damit sparen die Unternehmer vorläufig pro Arbeitnehmer Kosten von umgerechnet bis zu 480 Euro (509 Fr.) monatlich. Für den schwedischen Staat fallen damit Belastungen von schätzungsweise rund 3 Mrd. Euro (3,18 Mrd. Fr.) an.

Darüber hinaus werden auch Selbstständige steuerlich entlastet, beispielsweise bei Abgaben und Einzahlungen in Rentenrücklagen. Alle Unternehmer können zudem zu vergünstigten Konditionen und mit staatlichen Garantien Darlehen aufnehmen, die in den ersten Monaten zinslos sind.

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