7.02.2018 15:07
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Russland will höhere Selbstversorgung
Die russische Regierung hat jetzt eine überarbeitete Doktrin zur Ernährungssicherheit vorgelegt. Gemäss der neuen, am Dienstag vergangener Woche verabschiedeten Leitlinie wurden die angestrebten Selbstversorgungsgrade für verschiedene Agrarprodukte angehoben.

Wie die Zeitung „Isvestija“ dazu berichtete, wird für Früchte einschließlich Beeren jetzt ein Anteil der heimischen Produktion am Verbrauch von 70% angepeilt, für Gemüse soll dieser auf 90% gesteigert werden. Der geforderte Selbstversorgungsgrad für Zucker wurde ebenfalls auf 90% festgesetzt, nach bisher 80%.

Zudem stellt die Regierung in der Doktrin fest, dass sich der Fokus von der Substitution der Agrarimporte auf die Steigerung der Exporte verlagern sollte. Die neue Leitlinie zur Ernährungssicherheit ist Teil der Strategie der Nationalen Sicherheit Russlands bis 2020. Im Kern geht es dabei um die Gewährleistung der Lebensmittelversorgung der russischen Bevölkerung, gegebenenfalls gänzlich ohne Importe.

Derweil hat Russland den Agrarexport 2017 deutlich gesteigert. Das Landwirtschaftsministerium berichtete kürzlich, dass sich der betreffende Ausfuhrwert gegenüber 2016 um 15% auf 20 Mrd. USD (18,8 Mrd. Fr.) erhöht habe. Die Prognose von Oktober habe sich bestätigt. Im Einzelnen nahmen laut Angaben des Ressorts unter anderem die Exporte von Sonnenblumenöl um 20% auf 2,3 Mio t, die von Schweinefleisch um die Hälfte auf 21'000 t und die von Geflügelfleisch um 40% auf 130000 t zu.

Vom Hauptexportprodukt Getreide dürften nach einer aktuellen Vorhersage des Ministeriums im laufenden Wirtschaftsjahr zwischen 45 Mio. t und 47 Mio. t ausgeführt werden. Im Zeitraum vom 1. Juli 2017 bis zum 24. Januar 2018 wurden aus Russland gemäss der amtlichen Zollstatistik 29,8 Mio. t Getreide exportiert, darunter 23,5 Mio. t Weizen, 3,6 Mio. t Gerste und 2,4 Mio. t Körnermais.

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