10.06.2014 09:48
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Russland will gegen Import von Käseimitaten vorgehen
Der russische Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit (Rosselkhoznadzor) will die Einfuhr von Käseimitaten einschränken. Hierzu hat die Behörde der Regierung vorgeschlagen, für die auf der Basis pflanzlicher Fette hergestellten Produkte gesetzlich den Begriff „Käseprodukt“ vorzuschreiben und dafür deutlich höhere Einfuhrzölle festzulegen.

Bis zum Inkrafttreten dieser Regelung sollte die Einfuhr von milchfettfreiem „Käse“ gänzlich verboten werden, erklärte Rosselkhoznadzor-Vizechef Nikolai Wlassow gegenüber der Moskauer Zeitung „Izvestija“. Die Konsumenten würden durch die Bezeichnung „Käse“ irregeführt. Betroffen von der vorgeschlagenen Neuregelung und einem vorläufigen Importstopp wäre vor allem die Ukraine, die der wichtigste Lieferant solcher Produkte nach Russland ist.

Veterinärkontrolle umgangen

Nach Angaben des russischen Milchproduzentenverbandes Sojusmoloko wurden 2013 insgesamt rund 35'000 t Käseimitate eingeführt, davon 57% aus der Ukraine. Die sonstigen Mengen kamen aus Polen, Lettland, Litauen, Dänemark und Frankreich. Bereits Anfang April hatte Rosselkhoznadzor den Import von Käse aus fünf ukrainischen Molkereien untersagt, für einzelne Firmen schon zum zweiten Mal.

Laut Sojusmoloko-Vorstandschef Andrej Danilenko ist der Anstieg der Lieferungen von Käseimitaten aus der Ukraine teilweise die Folge einer Einschränkung der Einfuhr von echtem Käse. Aufgrund dessen habe eine Reihe ukrainischer Hersteller das Milchfett durch Pflanzenöl ersetzt. Dies habe ihnen ermöglicht, die Imitate beim Zoll als Nicht-Milchprodukte zu deklarieren und so den Veterinärkontrollen zu entgehen, so Danilenko. Zudem seien die Importzölle niedriger als für echten Käse.

Ukraine spricht von politischen Motiven

Der Kiewer Landwirtschaftsminister Igor Schwajka betonte indes am Montag vergangener Woche vor Journalisten, dass der ukrainische Käse allen internationalen Standards entspreche. Russland zeige sich als ein unzuverlässiger Handelspartner, und die Beschwerden von Rosselkhoznadzor seien rein politisch motiviert, monierte Schwajka.

Die ukrainischen Käsehersteller könnten Abnehmer in anderen Ländern finden, die ihnen für die Lieferung hochwertiger und relativ preiswerter Produkte dankbar seien. Um nicht mehr von der Laune Moskaus abhängig zu sein, werde derzeit aktiv an der Erschliessung neuer Absatzmärkte gearbeitet, teilte der Minister mit.

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