19.06.2017 14:31
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Russland
Russland: Schweizer Käse legt zu
Die Sanktionen gegen Russland haben der Schweizer Exportwirtschaft stark zugesetzt. Die Hoffnungen, dass die Schweizer Käsebranche von den Gegensanktionen Russlands besonders profitieren könnte, hatten sich schnell zerschlagen. Doch seit Anfang 2017 haben die Ausfuhren nach Russland zugenommen.

Die Sanktionen gegen Russland haben der Schweizer Exportwirtschaft stark zugesetzt. Seit Jahresbeginn zogen die Ausfuhren nach Russland aber wieder deutlich an. Laut Präsident Wladimir Putin hat Russland weniger unter den Sanktionen gelitten als die Exportländer. Die Sanktionen gegen Russland dauern inzwischen mehr als drei Jahre.

Schweizer Käse zu teuer

Im ersten Sanktionsjahr 2014 verdoppelten sich zwar die Käseexporte. Die Branche war sehr optimistisch, dass die Russen mehr Schweizer Agrarprodukte kaufen würden, weil Russland jene der EU sanktionierte.

Doch seither seien die Exporte nach Russland zurückgegangen, sagt Manuela Sonderegger von Switzerland Cheese Marketing. Schweizer Käser profitierten nicht direkt von den EU-Sanktionen, weil ihre Käse in einem höheren Preissegment angesiedelt seien als die Produkte der europäischen Konkurrenz.

Seit Anfang Jahr Trendwende

Im Gegenteil, dadurch, dass die «günstigeren» europäischen Produkte in Europa blieben, habe sich der Preisdruck innerhalb der EU zusätzlich verstärkt, erklärt Sonderegger. Dies treffe die Schweizer, weil die Produkte auch in EU im oberen Preissegment angesiedelt seien. Dennoch wittern auch die Käseproduzenten im Russlandexport seit Jahresbeginn Morgenluft. Die ersten vier Monate stiegen die Ausfuhren im Vergleich zur Vorjahresperiode zweistellig. Am liebsten kaufen die Russen Emmentaler, Le Gruyère sowie Appenzeller.

Aus Sicht des russischen Präsidenten leidet Russland weniger unter den Sanktionen als diejenigen, die sie verhängt haben. Russland habe wegen den Sanktionen 50 bis 52 Milliarden Dollar eingebüsst. In einer Rede bezifferte Wladimir Putins letzte Woche die Verluste auf der Gegenseite auf 100 Milliarden Dollar.

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