1.03.2017 07:11
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Russland reduziert Agrarförderung
Das russische Agrarministerium hat die finanzielle Ausstattung für sein Programm zur Entwicklung der Landwirtschaft 2013 bis 2020 deutlich nach unten angepasst und will damit nun auch andere Ziele als bisher verfolgen.

Bislang hatte die Moskauer Regierung geplant, die Importe an Agrarprodukten und Lebensmitteln durch Ware aus dem eigenen Land zu verdrängen. Jetzt aber will das Land vornehmlich seine Agrarexporte steigern, wie die Informationsagentur „agro.ru“ vergangene Woche berichtete.

Der betreffende Programmetat für das laufende Jahr wurde allerdings um 28% auf 215,8 Mrd. RUB (3,7 Mrd. Fr.) abgestockt. Gleichzeitig wurde das bis 2020 eingeplante Gesamtbudget um 41,2% auf 586,074 Mrd RUB (10,05 Mrd. Fr.) zurückgefahren. Der russische Agrarminister Alexander Tkatschow erklärte gegenüber dem TV-Sender „Russland 24“, dass der Zinssatz für Agrarkredite von zurzeit 5% auf bis zu 2% gesenkt werden könne.

Ausschlaggebend für das Ausmass der tatsächlichen Zinssenkungen seien die Loyalität der Banken und die Kreditwürdigkeit der Landwirte. Als prioritär für den Einsatz des Förderbudgets sieht Moskau die Milch- und Fleischwirtschaft, den Getreide- und Gemüseanbau, die Obst- und Beerenproduktion, die Landgewinnung sowie kleine landwirtschaftliche Betriebe.

Unterdessen wurden die für einzelne Lebensmittel ursprünglich angestrebten Selbstversorgungsgrade teilweise deutlich nach unten korrigiert. So wird nun für Milch und Milcherzeugnisse nur noch eine Rate von 80,6 % angepeilt, nach zuvor 90,2%. Die angestrebte Kennzahl für Getreide beläuft sich nun auf 99,3%, für Pflanzenöle auf 83,9%, für Kartoffeln auf 97,6%, für Fleisch und Fleischprodukte auf 90,2% sowie für Rübenzucker auf 95,5%.

Die landwirtschaftliche Produktion soll bis 2020 um 25,9% zunehmen und die von verarbeiteten Lebensmitteln sogar um 30,9%. Im laufenden Jahr wird allerdings nur ein Wachstum des Agrarsektors von 1,7% angestrebt. 

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