18.08.2013 08:22
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Russland
Russland: Im Osten schwerstes Hochwasser seit fast 120 Jahren
Bei den schwersten Überschwemmungen im Fernen Osten Russlands seit fast 120 Jahren haben Rettungskräfte etwa 17'000 Menschen in Sicherheit gebracht, darunter mehr als 5000 Kinder. Zehntausende Helfer kämpften entlang des Amur-Flusses an der Grenze zu China weiter mit schwerem Gerät gegen das Hochwasser.

Rund 5300 Häuser in mehr als 120 Orten seien nach schweren Regenfällen überflutet, sagte Zivilschutzminister Wladimir Putschkow am Samstag bei einer Videokonferenz mit Präsident Wladimir Putin. 

Dutzende Millionen Schaden

Putin versprach weitere Rettungskräfte für das Gebiet rund 6000 Kilometer östlich von Moskau. «Der Schaden ist gross, aber Stromleitungen und Brücken kann man wieder aufbauen. Schützen Sie zuerst die Menschen, nicht das Material», sagte Putin in der vom Staatsfernsehen übertragenen Konferenz. 

Er kündigte eine Erhöhung der Soforthilfe von 100 Millionen Rubel (etwa 2,8 Millionen Franken) an. Der Schaden wird von den Behörden schon jetzt auf umgerechnet Dutzende Millionen Franken geschätzt. Jewgeni Dod vom staatlichen Kraftwerksbetreiber Rushydro sprach vom schwersten Hochwasser in der Region seit 120 Jahren. 

Bis 100'000 Menschen gefährdet

Dieser Einschätzung schloss sich Wjatscheslaw Parschin vom Hydrometeorologischen Amt an. «Am Montag könnte der Amur-Pegel bei der Grossstadt Chabarowsk bei 6,50 Meter stehen, das wären acht Zentimeter mehr als beim Jahrhunderthochwasser 1898», sagte er. Wenn sich die Lage verschlechtere, müssten möglicherweise bis zu 100'000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. 
   
Eine riesige Transportmaschine vom Typ Iljuschin Il-76 brachte Planierraupen zum Dammbau sowie Boote und Nahrung in die Region. Transporthelikopter vom Typ Mi-8 und Mi-26 bargen Dutzende Bewohner, die sich vor den Fluten auf Dächer gerettet hatten.

Gegen Typhus impfen 

Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa kündigte Impfungen für die Bewohner der Region an. Die Menschen müssten vor Typhus und Leberentzündungen geschützt werden, sagte die Ressortchefin der Nachrichtenagentur Itar-Tass zufolge. Medizinstudenten aus Moskau sollen in den nächsten Tagen die örtlichen Ärzte unterstützen. Die Polizei habe zum Schutz vor Plünderern die Streifen in den evakuierten Gebieten verstärkt, sagte Präsidentenberater Viktor Ischajew.

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