4.11.2013 08:14
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Russland hält an Einfuhrsperren fest
In Russland wird das Importverbot für Milch und Molkereiprodukte aus Litauen sowie für Produkte des wichtigen ukrainischen Süsswarenherstellers Roshen vorerst in Kraft bleiben. Dies teilte der Föderale Verbraucherschutzdienst (Rospotrebnadzor) vergangene Woche mit, nannte zugleich aber auch die Voraussetzungen für eine Aufhebung der Sperren.

So wurde von der litauischen Seite die Beseitigung von Phthalatrückständen in Molkereiprodukten gefordert. Auch müssten Zutaten korrekt angegeben und die russischen Bestimmungen zur Lebensmittelkennzeichnung eingehalten werden. Ferner wünscht die Moskauer
Behörde ins Russische übersetzte technische Begleitpapiere für die Exportprodukte, zudem einen effizienteren Informationsaustausch im Falle von aufgedeckten Qualitätsmängeln.

Schlechte Aussichten für Roshen

Diese Anforderungen für die Marktwiederzulassung sind das Ergebnis eines Inspektionsbesuches von Rospotrebnadzor-Fachleuten, der kürzlich auf Einladung des litauischen Ministerpräsidenten Algirdas Butkevicius stattfand. Dabei hatte sich die Expertengruppe mit dem staatlichen System der Lebensmittel- und Qualitätsüberwachung in Litauens Milchwirtschaft auseinandergesetzt und auch einige Produzenten besucht, deren Produkte zuletzt beanstandet worden waren.

Eher negative Eindrücke hatten die Rospotrebnadzor-Inspekteure nach eigenem Bekunden dagegen bei der Überprüfung dreier ukrainischer Betriebe des Süsswarenherstellers Roshen gesammelt. Neben zahlreichen Unregelmäßigkeiten kritisierten sie insbesondere die wenig konstruktive und unfreundliche Haltung des Kiewer Landwirtschaftsministeriums ihnen gegenüber. Eine erneute Überprüfung
wäre nurmöglich, wenn die ukrainische Seite einen grundsätzlich anderen Verlauf der Inspektionsreise gewährleisten würde, teilten sie mit.

Standards aus Sowjetzeiten


Bei den jüngsten Audits sei unter anderem festgestellt worden, dass in den ukrainischen Süsswarenfabriken mikrobielle Standards verwendet würden, die noch aus Sowjetzeiten stammten und in Russland bereits seit zwölf Jahren ungültig seien. Auch das Kontrollsystem in den Roshen-Fabriken sei für die Einhaltung der in Russland geltenden Lebensmittelsicherheitsauflagen unzureichend.

Beispielsweise fehlten dort Rückstandskontrollen für Toxine einschliesslich Mykotoxine sowie von Pestiziden und Antibiotika. Stattdessen werde den Angaben der Produzenten vertraut. Bei Laboruntersuchungen von zugelieferten Fetten sei auch keine Beprobung auf Rückstände gesundheitsschädlicher Substanzen wie die des Krebserregers Benzoapyren vorgesehen, kritisierte der russische Verbraucherschutzdienst.

Darüber hinaus stehe eine Molkerei in der Provinz Winniza, der wichtigste Lieferant der Roshen-Fabriken, nicht auf der Liste der für Exporte nach Russland zugelassenen Unternehmen.

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