17.06.2013 10:08
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/blu
Russland
Russland: Getreideernte dürfte 30 Prozent höher ausfallen als 2012
In Russland scheinen sich die Aussichten auf eine deutlich höhere Getreideernte als im Dürrejahr 2012 zunehmend zu bestätigen. Wie das Moskauer Landwirtschaftsministerium vergangene Woche berichtete, ist die Frühjahrsfeldkampagne mittlerweile abgeschlossen.

Die mit Sommergetreide bestellte Fläche veranschlagt das Agrarressort auf rund 30,2 Mio. ha. Das würde gegenüber dem Vorjahr eine Ausweitung um 1,3% bedeuten. Die Erntefläche von Wintergetreide wird dem Ministerium zufolge mit voraussichtlich etwa 14,85 Mio. ha den Umfang von 2012 deutlich übertreffen, und zwar um gut 650'000 ha (+4,6 %).

50 bis 54 Millionen Tonnen Weizen

Ressortchef Nikolai Fjodorow rechnet aktuell mit einer Getreideernte von 93 Mio. t, womit die Vorjahresmenge um mehr als 31% übertroffen würde. Dabei werde mit einer Steigerung der Weizenerzeugung um gut 12 bis 16 Mio. t auf 50 Mio. t bis 54 Mio. t gerechnet, teilte Fjodorow in einem Presseinterview mit. Die bisherige Prognose des Moskauer Agrarressorts zur Weizenernte 2013 hatte sich dagegen nur auf 40 bis 50 Mio. t belaufen.

Im vergangenen Jahr waren in Russland dürrebedingt lediglich 37,7 Mio. t Weizen gedroschen worden. Ein Jahr zuvor waren es 56,2 Mio. t gewesen. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) geht aktuell davon aus, dass Russland den Weizenexport von 11,05 Mio. t in der laufenden Saison auf 17,0 Mio. t im nächsten Wirtschaftsjahr steigern wird. In der Kampagne 2011/12 hatte Russland die Rekordmenge von 21,6 Mio. t Weizen ins Ausland geliefert.

Trend zu Weizen, Mais und Ölsaaten

Der Anbautrend in der russischen Landwirtschaft geht in Richtung Getreide und Ölsaaten. Laut einem aktuellen Bericht des russisch-ukrainischen Agraranalysen- und Informationsdienstes APK-Inform wurde der Getreideanbau einschliesslich Körnerleguminosen von 2003 bis 2012 um 2,2 Mio. ha auf 44,4 Mi.o ha ausgedehnt. Sein Anteil an der gesamten Ackerfläche nahm um 5 Prozentpunkte auf 58% zu.

Ausschlaggebend dafür war die Ausweitung der Weizen- und Körnermaisflächen, während der Gerstenanbau zurückging. Die Ölpflanzen erlebten im Berichtszeitraum einen Flächenzuwachs um 59% auf 10,1 Mio. ha, womit ihr Anteil von 8 auf 13 Prozent zulegte. Besonders schlug hier die Entwicklung des Rapsanbaus zu Buche, während Sonnenblumen relativ an Bedeutung verloren. Für die Zeit bis 2020 sagen die Experten eine weitere Ausdehnung des Weizen- und des Ölsaatenanbaus voraus.

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