25.12.2015 08:39
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Russland braucht neue Gemüse- und Obstlieferanten
Das ohnehin schon teils kräftig geschrumpfte Gemüse- und Obstangebot in Russland könnte sich durch das Importverbot für mehrere türkische Agrar- und Ernährungsgüter, das zum 1. Januar 2016 in Kraft treten soll, weiter verringern.

So exportierte die Türkei zuletzt jährlich etwa 500 000 t Gemüse und Obst nach Russland. Mit Blick auf Gemüse entfielen 20 Prozent der russischen Importe auf türkische Ware und dabei vor allem auf Tomaten. In der Neunmonatsperiode 2015 belief sich der entsprechende Exportwert auf umgerechnet 255 Mio Euro (275 Mio. Fr.).

Zwar bot der kasachische Landwirtschaftsminister Asylzhan Mamytbekov der Moskauer Regierung Anfang Dezember an, die Versorgungslücke mit Obst und Gemüse aus seinem Land zu schliessen. Aber die kasachischen Landwirtschaftsverbände äusserten sich mit Blick auf die Realisierbarkeit dieses Plans sehr skeptisch. So schätzt der Präsident des Verbandes der Unterglasproduzenten Kasachstans den kasachischen Inlandsbedarf für die Wintermonate auf 89'000 t Gemüse, wovon die heimischen Gewächshausproduzenten bestenfalls nur 25'000 t decken könnten.

Der Rest müsse aus Usbekistan, Kirgistan und China importiert werden. Gemüseexporte seien somit in dieser Zeit erst recht nicht möglich. Nur während der Sommermonate würde der Inlandsbedarf an den Hauptgemüsearten Tomaten, Gurken, Kohl und grüne Salate von insgesamt 3,25 Mio. t von der Produktion übertroffen, und zwar um etwa 500'000 t. Mit Blick auf Obst gab der Präsident zu bedenken, dass Kasachstan im Gegensatz zur Türkei keine subtropischen Früchte erzeuge.

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