25.08.2013 12:21
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Russische Getreidebauern profitieren von Subventionen und niedrigen Pachtzinsen
Getreideproduzenten in Russland müssen im Vergleich zu ihren Konkurrenten in vergleichbaren Regionen der Welt nur rund ein Zehntel der sonst üblichen Pachtzinsen aufwenden.

Dies ist laut Mitteilung des Braunschweiger Thünen-Instituts eines von vielen Ergebnissen der Jahrestagung des internationalen
Netzwerks agri benchmark Cash Crop, die Anfang Juli im russischen Woronesch stattfand. Im Mittelpunkt der Tagung von Agrarökonomen stand der internationale Wettbewerbsvergleich russischer und ukrainischer Weizenproduzenten mit ihren Kollegen in anderen Ländern.

Keine so grosse Konkurrenz gut ausgebildeter Landwirte

Während die niedrigen Pachten als Vorteil zu Buche schlügen, seien die Aufwendungen für Saatgut, Dünge und Pflanzenschutzmittel je Tonne hingegen kaum geringer als in gut bewirtschafteten Betrieben der EU, den USA oder Australiens. Charakteristisch für die russische und ukrainische Weizenproduktion seien zudem die erheblich geringeren Erträge im Vergleich zu den EU-Produzenten sowie die niedrigeren Arbeitsproduktivitäten, was die sehr geringen Arbeitskosten kompensiere. Nachteilig mache sich auch die relativ schlechte Produktivität der eingesetzten Düngemittel bemerkbar.

„Niedrige Pachten sind ein Zeichen dafür, dass es keine so grosse Konkurrenz gut ausgebildeter Landwirte mit Zugang zu Kapital gibt wie zum Beispiel in Brasilien, der EU oder den USA“, erläuterte der Agrarökonom am Braunschweiger Thünen-Institut und zugleich Koordinator des Netzwerks, Yelto Zimmer. Ausserdem seien sie ein Indikator für hohe Investitionsrisiken.

WTO-Beitritt ändert Subventionspolitik

Damit investiert werde, spare der russische Staat nicht mit betrieblichen Agrarsubventionen, die im Schnitt der letzten Jahre sogar höher als die Gewinne ausgefallen seien, berichtete Zimmer. Ihm zufolge wird ein Grossteil dieser Subventionen bisher als Zinszuschuss gezahlt, beispielsweise für neue Maschinen. In der Folge hätten sich die Betriebe seit 2005 stark verschuldet, obwohl die Gewinne erheblich gestiegen seien.

Der Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) wird nach Einschätzung des Thünen-Instituts zukünftig jedoch einen Umbruch in der Subventionspolitik bewirken, da Zinszuschüsse und Förderungen für Düngemittel und Diesel teilweise abgeschafft werden.

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