11.04.2015 10:37
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Russland
Rus: McDonald's erwächst Konkurrenz
Zwei bekannte russische Regisseure, die Brüder Nikita Michalkow-Kontschalowski und Andrej Kontschalowski, gründen mit staatlicher Hilfe eine einheimische Fastfoodkette. Damit wollen sie den US-Konzern McDonald's konkurrenzieren.

Das russische Nachrichtenportal RBK berichtete am Freitag, die Brüder Nikita Michalkow-Kontschalowski und Andrej Kontschalowski hätten einen staatlich geförderten Kredit in Höhe von 700 Millionen Rubel (rund 13 Mio. Franken) bekommen, nachdem sie Präsident Wladimir Putin um Hilfe gebeten hätten.

«Lass uns zuhaus essen»

Auch das staatliche Fernsehen sendete am Freitag einen langen Bericht über das Projekt der Brüder. Die russische Bevölkerung sei die Burger aus Amerika leid, hiess es. Die Zeitung «Kommersant» zitierte aus dem Brief der Brüder an Putin. Gemäss diesen Angaben wollen die Regisseure in den Restaurants ihrer geplanten Kette «Alternativen zu westlichen Fastfoodketten bieten». Angesichts des «sozialpolitischen Charakters des Projekts (...) bitten wir darum, dass die russische Regierung damit beauftragt wird, es zu unterstützen».

Benannt werden soll die Fastfoodkette nach der Fernseh-Kochshow von Kontschalowskis Ehefrau, einer Schauspielerin: «Lass uns zuhaus essen». Kontschalowski sagte dem staatlichen Fernsehen, einheimische Gerichte seien zunehmend trendy. Zudem wolle er der Bevölkerung gesundes und günstiges Essen anbieten. Er werde versuchen, die Hälfte der Zutaten bei heimischen Bauern zu kaufen, um so die russische Landwirtschaft zu unterstützen.

Oscar und Karriere in Hollywood

Nikita Michalkow-Kontschalowski ist der Regisseur des mit dem Auslands-Oscar ausgezeichneten Films von 1995, «Die Sonne, die uns täuscht». Er gilt als hartleibiger Fan von Putins Politik, seine Filme bekamen hohe staatliche Förderung.

Sein Bruder Andrej Kontschalowski machte Karriere in Hollywood und kehrte dann in seine Heimat zurück. Ihr Vater Sergej Michalkow schrieb den Text der sowjetischen Hymne in der Stalin-Zeit und den der heutigen russischen Nationalhymne.

Vergeltungsmassnahme?

Die Schnellimbiss-Kette McDonald's war im vergangenen Jahr ins Visier der russischen Behörden geraten: Im August schlossen sie überraschend zunächst drei Filialen in Moskau, nach ihren Angaben aus gesundheitlichen Gründen. Weitere Lokale im ganzen Land folgten.

Beobachter beurteilten dieses Vorgehen als Vergeltungsmassnahme für die Sanktionen des Westens im Ukraine-Konflikt - die US-Kette gilt als Sinnbild für die amerikanische Lebensart. McDonald's hat mehr als 430 Filialen in Russland.

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