1.02.2015 06:11
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchmarkt
Rückläufige Milcherzeugung in Neuseeland erwartet
Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra hat aufgrund der Trockenheit im Land seine Prognose für die Milcherzeugung in der laufenden Saison nach unten korrigiert.

Wie der weltweit größte Exporteur von Milcherzeugnissen am vergangenen Donnerstag mitteilte, rechnet er für das noch bis zum 31. Mai 2015 laufende Wirtschaftsjahr mit einem Rohstoffeingang von 1,53 Mrd kg Milchfeststoffen; das wären 52 Mio kg oder 3,3 % weniger als in der Saison 2013/14.

In der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres hätten die sehr guten Weidebedingungen noch eine steigende Milcherzeugung ermöglicht, doch habe sich im Januar „die Situation komplett verändert“, berichtete der Direktor für genossenschaftliche Angelegenheiten, Miles  Hurrell. Seinen Angaben zufolge lag die Milchanlieferung zuletzt um 6,1 % unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau. In einigen Regionen hätten sich die Weidebedingungen wegen ausgebliebener Regenfälle spürbar verschlechtert; zudem würden die Erzeuger weniger Kraftfutter einsetzen, weil sich das wegen der niedrigen Milchpreise wirtschaftlich nicht lohne.

Aufgrund des voraussichtlich geringeren Milcheingangs plant Fonterra nach eigenen Angaben, die Angebotsmengen an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) zu kürzen; auch sollen weniger Molkereiprodukte direkt vertrieben werden. Dafür könne das Unternehmen aber garantieren, dass alle bereits bestellten Waren geliefert und alle Kontrakte bedient würden. Der Vorsitzende der Milcherzeuger im neuseeländischen Bauernverband (Federated Farmers), Andrew  Hoggard, sieht die diesjährige Milcherzeugung ebenfalls unter dem Vorjahresniveau. Zwar sei die Dürre von offizieller Stelle noch nicht erklärt worden, doch gebe es regional bereits Bewässerungsbeschränkungen, die die Erzeugung von Futter behinderten. Wegen des um gut ein Drittel gesunkenen Milchpreises würden viele Farmer zudem auf den Kauf von Ergänzungsfuttermitteln verzichten, da sich eine Steigerung der Produktion im Moment nicht lohne.

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