8.10.2013 08:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/reuters
Deutschland
Rohstoff-Preissturz: Weniger Kupferdiebstähle in Deutschland
Der weltweite Preiszerfall bei Rohstoffen raubt den Kupferdieben in Deutschland die kriminelle Energie. Im ersten Halbjahr 2013 stahlen sie im Vergleich zum Vorjahr nur halb so viel Buntmetall, wie die deutsche Bundespolizei am Montag mitteilte. In der Schweiz wurde kein Rückgang festgestellt.

«Das Thema ist abhängig vom Preis, den man damit erzielen kann», sagte Peter-Michael Kessow, Vize-Präsident der Bundespolizei-Direktion Berlin. Die Deutsche Bahn (DB), eine der Hauptleidtragenden des Kupferklaus, beobachtet eine ähnliche Entwicklung: Bundesweit habe es 43 Prozent weniger Fälle als im ersten Halbjahr 2012 gegeben. 

Verstärkte Sicherheitsmassnahmen

Im gesamten 2012 hatte für die Deutschen Bahn ein Materialschaden von rund 17 Mio. Euro resultiert. Die Kosten für Reparaturen und Überwachung sowie Zugverspätungen und Ausfälle sind in diesem Betrag allerdings nicht enthalten. 

Neben den sinkenden Rohstoffpreisen könnten auch die verstärkten Sicherheitsmassnahmen zum Rückgang geführt haben. Während die deutsche Polizei die Fahndung ausweitete und auch Polizeihubschrauber mit Wärmebildkameras verwendete, setzte die Deutsche Bahn eine sogenannte künstliche DNA für Kupferkabel ein. 

Das ist ein unsichtbarer Lack, der mit Speziallampen und Mikroskop der Behörden erkannt werden kann. Dabei erscheint unter dem Mikroskop ein Hologramm mit dem DB-Logo sowie ein Code, der den Ort des Diebstahls verrät. Auf diesem Weg kann das Material beispielsweise bei Verdächtigen oder Schrotthändlern wieder identifiziert werden. 

In der Schweiz haben die Diebstähle nicht abgenommen 

In der Schweizer Altmetallbranche konnte kein Rückgang beim Kupferdiebstahl festgestellt werden. Ein Branchenvertreter sagte gegenüber der Nachrichtenagentur sda, die Situation habe sich nicht beruhigt, sondern im Gegenteil verschlimmert. 

Bei der SBB ist Kupferdiebstahl nur ein kleines Problem. «Seit 2008 kam es zu einigen Fällen, es handelte sich jedoch nur um eine Handvoll pro Jahr», sagte Christian Ginsig, Mediensprecher der SBB, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Da das Schweizer Mittelland sehr dicht besiedelt ist, hätten Diebe kaum Möglichkeiten unbeobachtet Kabel zu demontieren, erklärte Ginsig. Auch der starke Zugverkehr erschwere dies. 

Auch Alu begehrt

Mit einigen Massnahmen habe man die Vorfälle auf einen tiefen Niveau stabilisieren können, sagte Ginsig weiter. So habe man die Kupferlagermengen reduziert, gewisse Materialien eingeschlossen und das Personal instruiert, verdächtige Vorfälle zu melden. 

Neben Kupfer werden auch andere Metalle wie Aluminium gestohlen. Kabel oder Rohre aus Kupfer sind jedoch seit langem am Begehrtesten: Der Kupferpreis hatte Anfang 2011 mit über 10'000 Dollar je Tonne einen Rekordpreis erreicht. 2012 gingen Preise und Diebstähle bereits leicht zurück. In diesem Jahr lag der Preis für Kupfer lange unter 7000 Dollar pro Tonne.

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