17.07.2014 17:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wasser
Riesen-Heliumballon auf Grundwassersuche
Wasser ist in vielen Teilen der Erde ein knappes Gut. Deutsche Forscher haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem die Suche schneller und effizienter wird: Sie gehen mit einem riesigen Heliumballon auf Grundwassersuche.

Auf einem Truppenübungsplatz bei Potsdam haben Geophysiker der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) das neue System zwei Wochen getestet. Alles sei leicht zu handhaben und laufe stabil, sagte Projektleiter Friedrich Schildknecht am Donnerstag auf dem Testgelände.

Wasser in 120 Meter Tiefe

In dem Ballon mit einem Durchmesser von 22 Metern, der nur wenige Meter über dem Boden schwebt, sind elektromagnetische Spulen eingearbeitet. Über diese wird im Untergrund ein Feld erzeugt. Danach werden die Spulen abgeschaltet. «Wir messen dann, wie schnell das elektromagnetische Feld im Boden zerfällt. Dies gibt uns Hinweise darauf, ob es Wasser gibt», so Schildknecht.

Mit dem System, das sich die unterschiedliche Leitfähigkeit von Wasser und anderen Stoffen zunutze macht, kann Wasser in einer Tiefe von bis zu 120 Metern gefunden werden. Das System soll in trockenen Regionen weltweit eingesetzt werden. Das Verfahren gibt es nach Angaben der Forscher bereits seit 30 Jahren. Bislang mussten die Geowissenschaftler die Spulen jedoch per Hand auf dem Untergrund auslegen. «Das war sehr mühsam und hat ewig gedauert», erklärte BGR-Referatsleiter Uwe Meyer.

Kostengünstig

Bei einem Entwicklungshilfe-Einsatz in Namibia sei Schildknecht auf die Idee gekommen. «Im Norden an der angolanischen Grenze konnte wir nicht weitersuchen, weil überall Minen lagen», schilderte er.

Das Ballon-Verfahren sei kostengünstiger als die Suche per Helikopter, weil die schweren Messgeräte in einem Kleintransporter am Boden bleiben. Nur die Spulen müssen in die Luft. Die gewonnenen Daten werden an einen Computer übermittelt, später mit GPS-Daten gepaart und zu einer Wasserlandkarte verarbeitet. Die Entwicklung des riesigen Ballons hat laut BGR bisher 49'000 Euro (60'000 Franken) gekostet.

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