17.10.2018 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Rohstoffe
Preisrallye am Zuckermarkt
Der Future auf Weisszucker mit Fälligkeit im März 2019 an der Agrarterminbörse Liffe in London hat sich in den vergangenen zwei Wochen deutlich verteuert.

Am vergangenen Freitag kostete der Kontrakt 361,30 USD/t (357 Fr.). Das waren 47,6 $/t (47,10 Fr.) oder 15,2% mehr als das am 26. September 2018 markierte Zwischentief. Gleichzeitig stieg der Kurs des Märzfutures 2018 auf Rohzucker an der New Yorker Börse - ausgehend von einem Neunjahrestief - um 18,4% auf 12,92 cts/lb (284 Fr./t).

Analysten begründeten die Rallye vor allem mit der kräftigen Aufwertung des brasilianischen Real gegenüber dem Dollar. In der Folge dürfte sich brasilianischer Zucker am Weltmarkt verteuern. Brasilien ist der grösste Zuckerproduzent und -exporteur der Welt. Trotz der jüngsten Aufwärtsbewegung rechnen die professionellen Anleger an der Terminbörse in New York überwiegend mit Kursverlusten für die Zuckerfutures. So bauten die Fonds in den vergangenenWochen ihre Netto-Short-Position - also ihre „Wetten“ auf sinkende Kurse - auf recht hohem Niveau aus.

Auch die Rabobank passte ihre Prognose für die kommenden neun Monate nach unten an. So gehen die niederländischen Analysten für das vierte Quartal 2018 aktuell von einemdurchschnittlichen Kurs für Rohzucker an der New Yorker Terminbörse von nur 11,50 cts/lb (253 Fr./t) aus. Im ersten Quartal 2019 soll der Preis allerdings auf 11,80 cts/lb (260 Fr./t) steigen und in den folgenden drei Monaten bei etwa 12,20 cts/lb (268 Fr./t) liegen. Für Juli bis September 2019 sagen die Fachleute eine weitere Verteuerung auf 12,50 cts/lb (275 Fr./t) voraus. 

Die holländischen Banker erwarten auch eine zunehmend grössere Preisvolatilität am Zuckermarkt. Als wichtige Einflussfaktoren nennen sie die möglicherweise steigenden Exporte Indiens und den saisonalen Anstieg der Ethanolpreise zum Jahresende. In der Folge dürfte die Erzeugung von Ethanol in Brasilien profitabler als die Zuckererzeugung sein. Für Unterstützung könnte auch das Wetterphänomen El Niño sorgen, das vor allem die Zuckerrohrernten in Asien beeinträchtigen würde, hiess es.

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