22.04.2013 09:29
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/blu
USA
Preis für US-Mastrinder legt in fünf Jahren um 36 Prozent zu
In den vergangenen fünf Jahren hat der Produzentenpreis für männliche Schlachttiere um 36 Prozent zugelegt. Dieser ist damit stärker gestiegen als die Fleischpreise im Laden. Die Konsumenten in den USA mussten im März 2013 beim Rindfleischeinkauf so tief in die Tasche greifen wie niemals zuvor.

Nach Daten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) lag der Durchschnittswert eines aus typischen Teilstücken bestehenden Warenkorbs im Einzelhandel zuletzt bei 5,30 USD/lb (10,84 CHF/kg), während im Kalenderjahr 2012 mit 5,02 USD/Pound (10,27 CHF/kg) fast 6 Prozent weniger waren.

Sinkende Rindfleischproduktion

Vor fünf Jahren konnten die Konsumenten das Rindfleisch sogar noch gut ein Fünftel preiswerter erstehen. Ursache des kräftigen Preisanstiegs, der auch in Europa beobachtet werden kann, ist die seit einigen Jahren abnehmende Rindfleischproduktion in den USA. Jüngsten Schätzungen zufolge soll die Produktion allein im laufenden Jahr um rund 4 Prozent kleiner als 2012 ausfallen und bei etwas weniger als 11,3 Mio. Tonnen liegen.

Angesichts des knapperen Angebots sind die Produzentenpreise für Mastrinder ebenfalls spürbar gestiegen. Laut Daten des US-Ministeriums lösten die Mäster im März 2013 durchschnittlich 1,27 USD/lb Lebendgewicht (2,60 CHF/kg), das waren etwa 3 Prozent mehr als im Jahresdurchschnitt 2012. Innerhalb von fünf Jahren ist der Produzentenpreis für männliche Schlachttiere sogar um 36 Prozent nach oben geklettert und damit noch stärker gestiegen als die Fleischpreise im Laden.

Die Landwirte erhalten beim Kampf um die Verteilung der Marktspanne mittlerweile wieder ein grösseres Stück vom Kuchen. Nach Berechnungen des USDA hatte im ersten Quartal 2013 der Wert eines verkauften Mastrindes einen Anteil von 50 Prozent am Verkaufserlös des daraus hergestellten Fleisches im Einzelhandel. Vor fünf Jahren lag diese Quote nur bei rund 45 Prozent.

US-Schweinepreise geben nach

Weniger freundlich als bei Rindfleisch sah aus Produzentensicht zuletzt die Marktspannenentwicklung in der Schweinebranche aus. Teilstücke vom Schwein haben sich seit Jahresbeginn 2013 in den Läden der USA tendenziell verteuert. Eine typische Auswahl frischer
Ware einschließlich Bacon und Schinken kostete den Verbraucher im März durchschnittlich 3,47 USD/lb (7,10 CHF/kg). Das war ähnlich viel wie genau ein Jahr zuvor. Im gleichen Zeitraum haben sich jedoch die Schweinepreise nach ihrem saisonalen Sommerhoch 2012 nach unten bewegt und brachen zuletzt regelrecht ein.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums erlösten die Mäster im März 2013 für ihre Tiere im Schnitt nur noch 0,54 USD/lb Lebendgewicht (1,10 CHF/kg). Das waren 12,2% weniger als zwölf Monate zuvor.

Die gegenläufige Entwicklung der Produzenten- und Konsumentenpreise hat die Spanne im Vermarktungskanal vergrössert. Die Schweinemäster konnten davon allerdings nicht profitieren. Der Verkaufserlös eines Schweins gemessen am Verkaufserlös der Teilstücke im Einzelhandel lag im März laut USDA bei 26,9%. Ein Jahr zuvor waren es noch 30,3% gewesen. Der höchste Wert (37%) in den vergangenen Jahren wurde in der Schweinehochpreisphase im Sommer 2011 erzielt.

Umrechnungskurs: 1 USD = 0,93 CHF (22-4-13); 1 Pfund = 453 g

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