4.12.2016 13:22
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
Ozeanien: Spürbarer Milchrückgang
Die australischen Milchfarmer haben seit Beginn der neuen Saison 2016/17 im Juli dieses Jahres deutlich weniger Milch produziert als im Vorjahr. Aktuellen Daten des Branchenverbandes „Dairy Australia“ zufolge lag die Erzeugung zur Saisonspitze im Oktober nur bei 968,3 Mio. l. Das waren 11,4% weniger als im Vorjahresmonat.

Im milchreichsten Bundesstaat Victoria fiel das Rohstoffaufkommen sogar um 13,4% geringer als im Oktober 2015 aus. Kaum besser verlief die Entwicklung auf die ersten vier Monate von 2016/17 bezogen. Die Milcheinlieferung blieb mit 3,19 Mrd. l um 366,1 Mio. l oder 10,3 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. Die Milcherzeugung „Down Under“ war bereits 2015/16 gegenüber der Vorsaison um 2,0% auf 9,54 Mrd. l gesunken.

Im aktuellen Wirtschaftsjahr dürfte sie nach Einschätzung von Dairy Australia mindestens um 5% auf knapp 9,1 Mrd. l zurückgehen. Unterstellt wird hierbei, dass die Produzenten aufgrund der niedrigeren Futter- beziehungsweise Produktionskosten, den Aussichten auf bessere Milchpreise und bei ausreichender Bodennässe für die Weidehaltung den Milchhahn in der zweiten Saisonhälfte wieder stärker aufdrehen.

Den schwachen Start ins Produktionsjahr 2016/17 führen die Analysten von Dairy Australia vor allem auf die Milchpreissenkungen im April dieses Jahres und die ungünstigen Erlösaussichten zu Beginn der neuen Saison zurück. In der Folge wurde die Fütterung gedrosselt, um extensiver zu produzieren, oder die Kühe wurden gleich ins Schlachthaus gebracht. Zudem beeinträchtigten Überflutungen die Produktion in Tasmanien. In anderen Regionen kämpften die Milchbauern mit den Folgen von Trockenheit.

Im benachbarten Neuseeland ist die Milchproduktion im Oktober erstmals in der Saison 2016/17 deutlich unter das vergleichbare Vorjahresniveau gefallen. Mit 3,04 Mio t ergab sich gegenüber Oktober 2015 eine Unterlieferung von 5,5 %. Der Molkereikonzern Fonterra erwartete zuletzt für das gesamte Milchwirtschaftsjahr 2016/17 einen Rückgang der Rohstoffverfügbarkeit auf 1,46 Mrd. kg Milchfeststoff. Das wären rund 7% weniger als 2015/16 und fast 10% weniger als 2014/15.

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