14.06.2013 09:44
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/blu
Österreich
Österreich: Trend zu grösseren Betrieben dürfte anhalten
Mit dem Auslaufen der Milchquote ab April 2015 werden voraussichtlich auch die Rinderzuchtbetriebe und die gesamte Milch- und Molkereiwirtschaft in Österreich eine Zäsur erfahren. Der Trend zu grösseren Betrieben dürfte sich fortsetzen, die Wettbewerbssituation sich weiter verschärfen.

Davon geht die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) aus, deren Obmann Anton Wagner ein wachsames Auge auf diese Entwicklung richten und die erfolgreichen Massnahmen der Verbandes im Dienste der Rinderzucht weiterführen will. Dazu zählen laut Wagner das Gesundheitsmonitoring Rind, die professionelle Zuchtwertschätzung, das Projekt „Jungzüchterprofi“ und die Schaffung eines Branchenverbandes Milch zur Sicherung eines fairen Einkommensanteils der Bauern in der Wertschöpfungskette. 

85% der gesamten Milch in Österreich

Nach Wagners Worten produzieren Österreichs Milchbauern schon jetzt ein hochwertiges Produkt Milch. Ein wesentlicher Baustein der künftigen ZAR-Arbeit werde auch darin bestehen, für die Fortsetzung des Qualitätsgütesiegels „QS-Milch“ der Agrarmarkt Austria (AMA) im Sinne einer anerkannten Qualitätsproduktion zu kämpfen und das gemeinsame Marketing für das Qualitätsprodukt „Zuchtrinder aus Österreich“ vor allem im Ausland weiter auszubauen. Wagner, der seit 2005 als Obmann der ZAR fungiert, wurde vergangene Woche auf der Generalversammlung des Verbandes für eine weitere dreijährige Periode in seinem Amt bestätigt.

Nach seinen Angaben erzeugen die ZAR-Betriebe rund 85% der gesamten Milch in Österreich. In der ZAR seien - angeführt vom Fleckvieh mit rund 1,5 Millionen Tieren und dem Braunviehmit etwa 140 000 Tieren - 30 Rassen von der Milch- und Fleischleistungskontrolle erfasst.

Landwirtschaftsministerium stellt gutes Zeugnis aus

Edith Klauser vom österreichischen Landwirtschaftsministerium stellte der österreichischen Rinderzucht ein sehr gutes Zeugnis aus: „Mit der ZAR an der Spitze sehe ich hier eine erfolgreiche Organisation, welche die Rinderzucht gut voranführt. In der Vermarktung wurden mit der Modernisierung sämtlicher Versteigerungshallen die richtigen Schritte gesetzt. Dies war neben der täglichen Zuchtarbeit auch die Basis für den erfolgreichen Export von 37 000 Zuchtrindern im vergangenen Jahr.“

Klauser hob hervor, das der ländliche Raum weiterhin lebendig bleiben müsse. Dies werde auch in der kommenden Periode der gemeinsamen Agrarpolitik eine entsprechende Berücksichtigung finden. Zahlreiche Mehrleistungen der Bauern für die Allgemeinheit würden auch in der anstehenden Förderperiode von der öffentlichen Hand berücksichtigt.

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