30.09.2020 14:05
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Niederlande
NL: Agraretat soll kräftig steigen
Die niederländische Regierung will ihr Budget für die Landwirtschaft im kommenden Jahr deutlich erhöhen. Wie aus dem aktuellen Haushaltsentwurf des Kabinetts hervorgeht, sollen 2021 insgesamt 2,065 Mrd. Euro (2,23 Mrd. Fr.) für die Agrarbranche zur Verfügung gestellt werden

Im bisherigen Etat waren dafür lediglich 1,129 Mrd Euro (1,22 Mrd. Fr.) eingeplant.

Vom zusätzlichen Budget entfallen unter anderem fast 400 Mio. Euro (432 Mio. Fr.) auf die Stickstoffund Naturschutzpolitik des Landes. Der zweitgrösste Zusatzposten beläuft sich auf 300 Mio. Euro (324 Mio. Fr.) und ergibt sich aus Zuschüssen zum Ausgleich von coronabedingten Einbussen der Landwirte und Gärtner. Die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten hob hervor, dass sich der Agraretat am Ziel einer Kreislauflandwirtschaft orientiere.

„Wir streben eine nachhaltige und naturgerechte Lebensmittelerzeugung an. Die damit einhergehenden Veränderungen sind tiefgreifend und fordern uns allen viel ab, vor allem den Landwirten, Gärtnern und Fischern“, betonte die Ressortchefin. Dieser Kurs müsse allerdings in den kommenden Jahren gehalten werden, um der Branche Sicherheit und Orientierung zu bieten.

Unterdessen machte der niederländische Bauernverband (LTO) in einem Brief an das Haager Parlament mehrere Vorschläge zur Gestaltung künftiger Agrarhaushalte. Demnach sollte ein grosser Teil der für den „Herauskauf“ von Tierhaltungsbetrieben geplanten Ausgaben von insgesamt 1,5 Mrd. Euro (1,62 Mrd. Fr.) besser in zukunftsgerichtete Betriebsführungsstrategien investiert werden, um einen grösseren Effekt zu erreichen. Langfristig seien Investitionen in innovative und technische Lösungen für einen neuen Mechanisierungsschub und die Robotisierung in der Landwirtschaft und im Gartenbau dringend erforderlich, so der Verband.

Ausserdem sollten Finanzmittel zurückgestellt werden, um damit Einkommenseinbussen im Agrarsektor durch Klima- und Marktstörungen abfedern zu können. Darüber hinaus regte der LTO die Förderung von Umschulungen auf „grüne“ Berufe im Zuge der Corona-Krise an.

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