8.11.2019 08:15
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
EU-Parlament
Neue Gentechnik-Zulassung kommt nicht
Das Europaparlament setzt seinen Widerstand gegen die Zulassung von gentechnisch veränderten Sorten (GVO) fort. Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments lehnt verschiedene Mais- und Sojasorten für den Import ab.

Das hat für das Verfahren der Zulassung allerdings keine Auswirkungen. "Wir sind strikt dagegen, dass unermüdlich Versuche unternommen werden, immer neue gentechnisch veränderte Pflanzensorten in Europa und Österreich zum Verkauf zuzulassen.

Am Anbauverbot für Gentechnik auf Österreichs Feldern wird auch in Zukunft ohnehin nicht gerüttelt", sagt Alexander Bernhuber, Europaabgeordneter und Umweltsprecher der ÖVP im Europaparlament, zur Abstimmung im Umweltausschuss über die Zulassung von Gentechnik-Produkten aus Mais und Soja.

"Wir haben Gentechnik-Zulassungen immer abgelehnt und werden das auch in Zukunft stets so halten. Das entspricht dem Wunsch unserer heimischen Landwirte und Konsumenten, die keine Gentechnik-Pflanzen auf österreichischen Feldern und Tellern wollen. Ich bin erleichtert, dass der Umweltausschuss dieser Linie folgt", schliesst Bernhuber.

Konkret ging es bei der Abstimmung im Umweltausschuss um Kreuzungen und Unterkreuzungen verschiedener herbizidresistenter GV-Maissorten, einer GV-Sojasorte und einer GV-Baumwollsorte. Die Abgeordneten führen Umweltrisiken ins Feld, weil die Verwendung der glyphosat- und glufosinatresistenten GV-Sorten ihrer Ansicht nach zu einem erhöhten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln führt und das Problem der Resistenzbildung nicht gelöst sei.

Ausserdem stellt das Europaparlament grundsätzlich das Zulassungsverfahren für GVO infrage. Es weist nach Einschätzung des Europäischen Parlaments demokratische Mängel auf, weil Zulassungen gegen eine einfache Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten erfolgen können. Bis zu einer Überarbeitung der EU-Zulassungsverordnung für GVO sollen nach Auffassung des EU-Parlaments alle laufenden Verfahren auf Eis gelegt werden. Die Erklärung des Umweltausschusses soll noch im November ins Plenum gehen und hat keine bindende Wirkung.


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