17.01.2013 17:50
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
USA
Nach der Dürre kommen die Heudiebe
Die US-Bauern sind leidgeprüft. Die Dürre liess vergangenen Sommer ihre Felder verdorren, in der Folge schossen die Preise für Futtermittel in die Höhen und nun machen ihnen auch noch Heudiebe zu schaffen.

Die Bilder ausgetrockneter Felder und Kulturen prägten den vergangenen US-Sommer. Und die Trockenheit ist noch längstens nicht ausgestanden. So leiden 600 Counties weiter und der Dürre. Getreide und Ölsaaten tragen Schäden davon, die Erträge dürften tiefer ausfallen.

Zwei Arten von Dieben

Die sehr trockene Witterung des vergangenen Sommers führte zu einer Verknappung von Futtermitteln. So schossen die Preise für Soja, Mais oder Raps deutlich in die Höhe. Und nun erschwert eine neue „Spezies“ das Leben der Bauern: Heudiebe.

Wie die „New York Times“ berichtet, sind vor allem die Bundesstaaten Colorado, Oklahoma, Nebraska und Kansas betroffen. Dabei gäbe es zwei Kategorien von Dieben: Einerseits jene, die aus Raffgier das Heu stehlen und weiterkaufen. Andererseits jene, die durch die Dürre finanziell so angeschlagen sind, dass sie sich kein Trockenfutter für ihre Tiere leisten können.

Lösung der Fälle praktisch unmöglich

In der Regel würden die Diebe ihre Pick-Ups mit weniger als eine Tonne beladen. Es seien aber schon Fälle verzeichnet worden, wo ein halber LKW mit Heu "abgezügelt" worden sei. Und die ganz Dreisten unter Dieben bieten die Ware im Internet deutlich unter den Marktpreisen an – doch diese liefern gemäss der „New York Times“ das Heu niemals aus.

Für die Polizei und Strafverfolgungsbehörden ist das Auflösen keine einfache Sache. Die Heuballen sehen sich in der Regel sehr ähnlich, eine Identifikation des rechtsmässigen Inhabers und damit eine anschliessende Rückführung ist praktisch eine Sache der Unmöglichkeit.

Auch Bienen und Landmaschinen werden geklaut

Deshalb haben die Bauern begonnen, ihr Heu zu schützen, indem sie es wegschliessen oder die Ballen mit Farbe besprühen. Doch nicht nur der Heu wird geklaut, sondern aufgrund der hohen Preise auch Trauben, Avocados, Bienenstöcke und sogar Landmaschinen.

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