24.05.2015 13:03
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Moskau schafft Ausfuhrzoll für Weizen vorübergehend ab
Wie von Marktbeobachtern erwartet, hat Russland den Exportzoll auf Weizen wieder abgeschafft. Die entsprechende Regierungsverordnung ist am Freitag vorletzter Woche veröffentlicht worden und am selben Tag in Kraft getreten.

Die Aufhebung der Ausfuhrabgabe habe zum Ziel, Marktüberschüsse und damit einen Verfall der Marktpreise bei Weizen unter das Selbstkostenniveau während der Erntearbeiten zu vermeiden, hieß es in einer Mitteilung des Moskauer Regierungspressedienstes. Es sei zu erwarten, dass der Markt dadurch um bis zu 1 Mio t Weizen entlastet werde. Zugleich strebt die russische Regierung nach eigenen Angaben mit diesem Schritt an, den Agrarproduzenten zusätzliche Einnahmen zu ermöglichen, die für die Finanzierung der Frühjahrsbestellung eingesetzt werden können.

Der Ausfuhrzoll in Höhe von mindestens 15 % plus 7,50 Euro beziehungsweise wenigstens 35 Euro pro Tonne war Anfang Februar eingeführt worden, um die durch die starke Rubelabwertung sehr hohen Getreideausfuhren abzuschwächen. Laut Landwirtschaftsminister Alexander  Tkatschjow wurden im Zuge der Abschaffung des Zolls in erster Linie die Interessen der Agrarproduzenten berücksichtigt. Allerdings hält das Agrarressort einem Sprecher zufolge an seinem Vorhaben fest, mit zollpolitischen Instrumenten flexibler auf Entwicklungen am Getreidemarkt einzuwirken. An einer Berechnungsformel für den Ausfuhrzoll werde noch gearbeitet; ab Anfang Juli solle die neue Regelung greifen.

Nach Angaben des Ministeriums wurden im laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15 bis zum 13. Mai insgesamt fast 28,1 Mio t Getreide exportiert und damit 18,4 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stiegen die Ausfuhren von Weizen um 16,1 % auf fast 20,1 Mio t. Seit Inkrafttreten des Ausfuhrzolls am 1. Februar wurden noch rund 1,6 Mio t dieser Getreideart ausgeführt; das waren 60,2 % weniger als im Vorjahr. Dem Föderalen Statistischen Dienst Russlands (Rosstat) zufolge stiegen die Landesvorräte an Getreide ohne Interventionsbestände bis Anfang Mai 2015 im Vorjahresvergleich um 21,3 % auf 19,1 Mio t.

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