18.02.2014 18:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Deutschland
Millionen-Bussgelder gegen Zuckerhersteller
Die deutsche Wettbewerbsbehörde bittet die grossen Zuckerhersteller wegen jahrelanger Preisabsprachen zur Kasse. Gegen Pfeifer & Langen, Südzucker und Nordzucker sowie sieben persönlich Verantwortliche sind Bussgelder von insgesamt rund 280 Mio. Euro (340 Mio. Fr.) verhängt worden

Die Hersteller hätten sich über viele Jahre über den Vertrieb ihrer Produkte in bestimmten Gebieten verständigt, um möglichst hohe Zuckerpreise erzielen zu können, teilte das Bundeskartellamt am Dienstag in Bonn mit. Leidtragende waren den Angaben zufolge sowohl die Industrie als auch die Verbraucher.

Gebietskartell

«Die Zuckerhersteller haben eine 'Gebietskartell' gegründet», erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt. Über viele Jahre hätten sie regionale Märkte abgesteckt und alles daran gesetzt, den anderen Kartellbeteiligten nicht in die Quere zu kommen. Neben Süd- und Nordzucker hatte sich auch Pfeifer & Langen an den Absprachen beteiligt. Diese zielten Mundt zufolge darauf ab, die Preise für Zucker möglichst hoch zu halten.

Das Kartellamt hatte die Spur des Zuckerkartells schon länger verfolgt. 2009 waren Beamte zu Razzien ausgeschwärmt. Ein Ziel waren damals auch Büros von Südzucker. Die verdächtigen Praktiken waren dem Kartellamt nach damaligen Angaben aufgefallen, als es die Übernahme der Zuckersparte des dänischen Nahrungsmittelkonzerns Danisco durch die Braunschweiger Nordzucker unter die Lupe genommen hatte.

Nordzucker wurde Kronzeuge

Nordzucker wurde nun offenbar auch zum Kronzeugen des Kartellamts: Das Unternehmen habe mit dem «Bundeskartellamt im Rahmen der Bonusregelung umfassend kooperiert und daher einen weitreichenden Bussgelderlass erhalten», teilten die Wettbewerbshüter mit.

Für Südzucker wurde es dagegen teuer: Das Kartellamt habe sein Verfahren gegen Zahlung einer Geldbusse in Höhe von 195,5 Mio. Euro abgeschlossen, teilten die Mannheimer mit. Die Geldbussen sind den Angaben zufolge noch nicht rechtskräftig. Gegen die Bescheide könne Einspruch eingelegt werden, über den das Oberlandesgericht Düsseldorf zu entscheiden habe.

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