23.03.2017 14:50
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Milchkrise lässt Schlachtungen hochschnellen
Im vergangenen Jahr sind die Produzentenpreise für Milch massiv eingebrochen. Die deutschen Bauern reagierten, indem sie mehr Kühe in die Schlachthöfe überführten.

Im vergangenen Jahr mussten die Bauern in Deutschland massive Preiseinbrüche bei der Milch hinnehmen. Die Produzentenpreise sanken im ersten Halbjahr teils unter die 20-Cent-Marke (21.6 Rp./kg). Die Aufhebung der EU-Milchquote im April 2015, die Ausdehnung der Produktion in einigen EU-Ländern, das Russland-Embargo und eine stagnierende Nachfrage im Exportgeschäft schlugen sich auf die Preise nieder.

Den Bauern blieb nichts Anderes übrig, als die Kosten zu senken. Das taten sie, indem sie beispielsweise mehr Kühe schlachten liessen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt. In Deutschland stiegen die Schlachtungen 2016 um 6.8 Prozent. Insgesamt wurden 1.31 Millionen Kühe zum Metzger geführt.  

Besonders in die Höhe schnellten die Schlachtungen im Bundesland Niedersachsen. Dort stieg die Anzahl geschlachteter Tiere um 22.1 Prozent auf 182'000 Tiere. «Die Betriebe haben an vielen Stellschrauben gedreht, um die Kosten zu senken», sagte der Geschäftsführer der Landesvereinigung Milchwirtschaft Niedersachsen, Frank Feuerriegel. Weniger Tiere bedeuteten auch weniger Futterkosten. Auch in der gesamten EU sind die Schlachtungen um 6.7 Prozent angestiegen.

In den vergangenen Monaten haben die Produzentenpreise wieder leicht erholt. Sie haben sich bei 32 bis 33 Cent (35 Rp./kg) eingependelt. Dies seien zwar keine «Jubelpreise», aber die Betriebe würden «zumindest» keine Verluste mehr schreiben, sagte Feuerriegel gegenüber der dpa.

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