9.11.2014 06:14
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Milchkontingente werden teurer
Kurz vor dem Ende des Milchquotensystems am 31. März 2015 müssen die Milchproduzenten in Deutschland für zusätzliche Lieferrechte noch einmal tief in die Tasche greifen.

Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) am Montag vergangener Woche mitteilte, wechselte das Kilogramm Garantiemenge bei der 44. und letzten Milchquotenbörse in der Geschichte im Bundesmittel für 12 Cent den Besitzer; das waren 3 Cent mehr als beim vorangegangenen Handelstermin Anfang Juli.

Ausschlaggebend dafür war allein der Anstieg des Quotenpreises im Übertragungsgebiet West um 4 Cent/kg auf 14 Cent/kg. Im Osten verringerte sich der Gleichgewichtspreis für das Kilogramm dagegen um 1 Cent auf 5 Cent. Damit ist der Quotenwert im Bundesgebiet innerhalb eines Jahres um 5 Cent/kg gestiegen: In den alten Bundesländern hat er sich seit November 2013 um 7 Cent/kg auf 14 Cent/kg verdoppelt; im Osten nahm der Preis für ein Kilogramm Lieferrecht im gleichen Zeitraum um 1 Cent/kg auf 5 Cent/kg zu.

Der Grund für den zuletzt spürbaren Preisauftrieb dürfte die kaum noch zu verhindernde Überlieferung im Quotenjahr 2014/15 sein. Laut aktuellen Hochrechnungen der Zentralen Milchmarktberichterstattung (ZMB) und der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) wurde die anteilige Garantiemenge von den Erzeugern von April bis September 2014 um 721 000 t oder 4,7 % überschritten.

Nach Einschätzung von Fachleuten sind Strafabgaben in Rekordhöhe kaum noch zu vermeiden. „Der erneute Anstieg des Börsenpreises zeigt den anhaltend hohen Druck, den die Superabgabe auf unsere Milcherzeuger ausübt“, kommentierte der DBV die Ergebnisse des letzten Börsentermins. Gerade in Zeiten eines volatilen Marktes bräuchten die Milchbauern aber jeden Cent, um sinkende Erzeugerpreise auf betrieblicher Ebene abfedern zu können. Während der Zeit der Milchkontingentierung sei zu viel unnötiges Kapital für die Quote gebunden worden, monierte der DBV. Der Bauernverband geht davon aus, dass eine Anpassung des Fettkorrekturfaktors für das letzte Milchquotenjahr 2014/15 politisch nicht mehr durchsetzbar sein wird.

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