25.01.2015 17:35
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Milchindustrie rechnet für 2015 mit Milchpreis von 30 Cent bis 31 Cent
Der Milchindustrie-Verband (MIV) hält für das laufende Kalenderjahr einen durchschnittlichen Milchpreis von 30 Cent bis 31 Cent pro Kilogramm für möglich, „sofern sich keine weitreichenden politischen oder wirtschaftlichen Krisen ereignen“.

Wie der MIV-Vorsitzende Dr. Karl-Heinz  Engel am Dienstag vergangener Woche in Berlin erläuterte, sind für die nächsten Monate die Aussichten am Milchmarkt „zunächst schwierig und mit Unsicherheiten behaftet“.

Produktion auf hohem Niveau

Insgesamt befinde sich die Milchproduktion zu Beginn 2015 in Deutschland wie in Europa immer noch auf dem vergleichsweise hohen Niveau des Vorjahres, stellte Engel des Weiteren fest. Jedoch sei hierzulande mittlerweile ein Rückgang in der Milcherzeugung zu bemerken. Im Jahr 2014 sei die Milchproduktion insgesamt erneut gegenüber dem Vorjahr gesteigert worden, führte Engel weiter aus.

In Deutschland sei mit mehr als 31 Mio. t so viel Milch produziert worden wie noch nie zuvor. Das Niveau bei den Produzentenpreisen sei dennoch im ersten Halbjahr 2014 noch vergleichsweise hoch gewesen, so dass ein durchschnittlicher Milchpreis von etwa 37 Cent netto je Kilogramm bei 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiss am Ende stehen werde. Dies entspreche dem mittleren Preis von 2013.

Günstiges Futter

Nicht nur in Deutschland und Europa sei die Milchproduktion im Jahr 2014 deutlich ausgeweitet worden, sondern auch in den USA und Neuseeland, berichtete Engel. Allein das zusätzliche Milchaufkommen gegenüber 2013 in den sieben wichtigen Exportländern habe in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 8,3 Mio t betragen.

Ursächlich hierfür seien nicht zuletzt das auch international vergleichsweise hohe Preisniveau, günstige Witterungsbedingungen für die Grundfuttererzeugung sowie niedrige Faktorkosten für zugekaufte Futtermittel und Treibstoffe gewesen. Da die globale Produktion stärker gestiegen sei als die Nachfrage, seien die Milcherlöse im zweiten Halbjahr von 2014 an den internationalen Märkten deutlich zurückgegangen, erklärte der MIV-Vorsitzende.

Die Kaufzurückhaltung Chinas in der zweiten Jahreshälfte sowie das durch Russland ausgesprochene Embargo unter anderem für Milchprodukte aus der EU hätten hier zu weiteren Irritationen geführt. „Diese Entwicklung setzte sich zeitverzögert auch an den europäischen und deutschen Märkten fort, so dass auch hier ein regional unterschiedlich stark ausgeprägter Rückgang in den Produzentenpreisen festzustellen ist“, so Engel.

Megatrend positiv

Die weltweite Nachfrage nach Milchprodukten entsprach 2014 laut MIV-Angaben einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 109,6 kg. Der globale Megatrend für Milchprodukte sei positiv. Zudem sendeten die Märkte seit wenigen Wochen stabilisierende beziehungsweise aufstrebende Signale aus. Doch nicht nur Milchbauern und Verarbeiter stünden vor den Herausforderungen der nächsten Monate, sondern auch die Politik sei aufgerufen, Marktzugänge zu erhalten und auszubauen und damit die einheimische Milchwirtschaft zu unterstützen, betonte Engel.

Entscheidend für den weiteren Verlauf am deutschen Milchmarkt werde sein, inwieweit national wie international die Milcherzeuger auf die Preissignale reagierten und ihre Produktion dementsprechend ausrichteten, erklärte der MIV-Vorsitzende. Fast die Hälfte der deutschen Milch gehe in Form von Milchprodukten in andere Länder. Umgekehrt werde auch eine erhebliche Menge importiert.

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