27.03.2017 07:04
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Milchexporte aus Europa stoppen
Für ein Ende der agrarpolitischen Exportorientierung im Milchsektor hat sich der Milchsprecher der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Ottmar Ilchmann, ausgesprochen.

Gebraucht würden stattdessen eine regional orientierte Qualitätsstrategie und faire Wettbewerbs- und Marktbedingungen für die Milchbauern, erklärte Ilchmann am vergangenen Freitag anlässlich des Besuchs einer Delegation von Milcherzeugern aus dem westafrikanischen Burkina Faso in Deutschland.

„In den vergangenen zwei Jahren haben täglich zehn Milchhöfe in Deutschland aufgegeben. Das ist auch eine Folge der zerstörerischen Exportorientierung und der damit verbundenen extrem niedrigen Milchpreise“, kritisierte der AbL-Vertreter. Die Molkereien nutzten die Marktlage aus, denn es finde kaum Wettbewerb um die Rohmilch zwischen den Verarbeitern statt. Vielmehr müssten die Milchbauern ihre gesamte Milch an die Molkereien liefern und hätten zudem sehr lange Lieferverträge.

Das habe auch das Bundeskartellamt in seinem Sachstandbericht kritisiert. Deshalb sei es dringend erforderlich, dass die Milchbauern am Markt mitbestimmen und mitgestalten könnten. Laut AbL zeigen Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat), dass die massive Exportorientierung der Agrarpolitik wirke. In zehn Jahren seien die Ausfuhren von günstigen Massenprodukten wie Magermilchpulver aus Europa um das 6,5-Fache auf 574'000 t im Jahr 2016 gestiegen. Davon seien 115'800 t auf Deutschland entfallen, das seine Exporte in diesem Bereich sogar um das Neunfache erhöht habe.

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