18.01.2017 10:28
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Milch: Russland hat Importbedarf
Nachdem die russische Milchproduktion zuletzt gesunken ist, dürfte das Land trotz einer voraussichtlich rückläufigen Nachfrage auch 2017 auf die Einfuhr von Molkereiprodukten angewiesen sein.

Das Moskauer Institut für Agrarmarktkonjunktur (IKAR) beziffert das Verhältnis der betreffenden Einfuhren in Rohmilchäquivalent zur Menge der insgesamt vermarkteten Milch aktuell auf etwa 40%.

Produzentenpreise um 14% gestiegen

Die russischen Einfuhren von Butter und Milchfett im vergangenen Jahr schätzen die Fachleute auf 95'000 t, was dem Niveau von 2015 entsprechen würde. Derweil stiegen die Käseimporte um 25'000 t auf 200'000 t. Wichtigstes Bezugsland für Milchprodukte war Weissrussland mit einem mengenmässigen Anteil von ungefähr 90% am Gesamtimport dieser Produktgruppe. Weitere Lieferanten waren unter anderem der Iran, die Türkei, die Schweiz, Costa Rica, Paraguay, Aserbaidschan und Moldawien.

Mit Blick auf die russische Rohmilchproduktion geht das Moskauer Statistikamt (Rosstat) für 2016 von 30,6 Mio. t bis 30,7 Mio. t aus. Damit würde die Vorjahresmenge verfehlt, obwohl die Produzentenpreise im Vergleich zu 2015 laut IKAR um 14% gestiegen waren. Etwa 45% der Milchproduktion entfiel 2016 auf private landwirtschaftliche Betriebe. Unterdessen entwickelte sich die Erzeugung von Milchprodukten in Russland uneinheitlich.

Kürzung der Subventionen je Liter Milch 

So dürfte das Aufkommen an Butter und Milchpulver 2016 im Vergleich zum Vorjahr um jeweils 4,5% bis 5% auf 245'000 t beziehungsweise auf 118'000 t gesunken sein. Dagegen wurde für Käse ein Plus von 2 % auf schätzungsweise 594'000 t verzeichnet. Allerdings war die Käseproduktion 2015 so kräftig gewachsen wie noch nie, und zwar um 17 %.

Die Detailhandelspreise für Milcherzeugnisse stiegen 2016 im Vorjahresvergleich um rund 9%, wobei die Teuerungsrate bei einigen Produkten wie Butter sogar 18% erreichte. Trotzdem verringerte sich der Konsum von Milchprodukten nur um schätzungsweise 1 bis 2 Prozent. Der Chef des russischen Milchverbandes, Arkady Ponomarev, erwartet nun, dass sich Milchprodukte im laufenden Jahr gegenüber 2016 um rund 10 % verteuern könnten. Er begründet dies zum einen mit der geplanten Kürzung der Subventionen je Liter Milch um 30 %, was einige Betriebe zur Aufgabe zwingen dürfte. Ausserdem erwartet Ponomarev, dass die russische Nachfrage nach Milchprodukten weiter zurückgeht.

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