18.07.2015 17:34
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Polen
Mehr Wolfsrudel in Westpolen
Die Zahl der Wolfsrudel im westlichen Polen und nahe der Grenze zu Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen.

Das belegen die Ergebnisse des vom Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) und der Naturschutzstiftung EuroNatur finanzierten Wolfsmonitorings, das die polnische Naturschutzorganisation Association for Nature „Wolf“ (AfN „Wolf“) durchgeführt hat. Demnach beziffern die Wissenschaftler den Wolfsbestand zum Ende des Monitoringjahres 2014/15 westlich der Weichsel auf insgesamt 33 Rudel und vier Paare; das waren zwei Rudel mehr als im Zeitraum zuvor. Seit 2013 seien insgesamt sieben Wolfsrudel hinzugekommen.

Nach wie vor sei aber unklar, wie viele der fünf Territorien entlang der deutsch-polnischen Grenze sich sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite erstreckten, berichteten EuroNatur und IFAW. Der IFAW und Wolfswissenschaftler fordern daher weiter ein grenzübergreifendes und koordiniertes Monitoring, um Doppelzählungen von Rudeln zu vermeiden. Ein sich fortpflanzendes Rudel sei im Koszalin Wald 80 km östlich von Stettin, ein weiteres im Goleniów Wald etwa 30 km nordöstlich von Stettin, und zwei Rudel im Rzepin Wald 35 km östlich von Eisenhüttenstadt nachgewiesen worden; zwei weitere Rudel lebten etwa 30 km östlich von Eberswalde im Cedynia Wald, so EuroNatur und IFAW.

Darüber hinaus sei von Forschern mittels genetischer Tests nachgewiesen worden, dass mehrere Wölfe von Deutschland nach Westpolen in die Niederschlesische Heide gewandert seien, um dort Rudel zu etablieren. Aus Sicht von Robert Kless vom IFAW-Deutschland sind die Ergebnisse des Wolfmonitorings „erfreulich“. Sie zeigten, dass die Schutzmaßnahmen in Polen griffen. Positive Bestandsentwicklungen dort wirkten sich auch immer günstig auf die Wölfe in Deutschland aus, da sie mit den westpolnischen Wölfen eine Population bildeten. Insgesamt hätten sich 2014/15 etwa 80 % der Wolfsrudel in Westpolen erfolgreich fortgepflanzt. Kless sieht aber weiterhin Gefahren für die Wölfe, etwa durch Abschüsse oder den Straßenverkehr. EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer stellte fest, dass in Westpolen die Wilderei ein großes Problem sei. Provoziert werde diese vor allem durch von Wölfen verursachte Schäden an Viehherden. Eine wesentliche Aufgabe sei deshalb die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen.

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