17.09.2016 15:42
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
US-Milchmarkt
Mehr Milch und niedrigere Preise in den USA
Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine Prognose für die heimische Milcherzeugung im laufenden Jahr und für 2017 leicht nach oben korrigiert.

Im Monatsbericht September gehen die Washingtoner Analysten davon aus, dass die Milchkuhherde in Erwartung zukünftig besserer Erlöse kaum abgestockt und die Milchleistung je Tier stärker als bisher angenommen zunehmen wird. Das Milchaufkommen für 2016 wird deshalb im Vergleich zur Schätzung im August um 46 000 kg höher veranschlagt und auf 96,25 Mio t beziffert. Im Vergleich zu 2015 würden die US-Farmer damit ihre Milchproduktion um 1,63 Mio t oder 1,7 % steigern.

Für das kommende Jahr geht das USDA von einer ähnlichen Wachstumsrate aus. Die Erzeugung soll dann um 1,8 % auf die neue Rekordmarke von 98,0 Mio t klettern. Zwar nimmt die heimische Nachfrage nach Milcherzeugnissen in den USA zu, doch hat die größere Produktion die Lagerbestände anschwellen lassen. In den Kühlhäusern lagerten Ende Juli rund 579 000 t Käse; das waren nicht nur 10 % mehr als im Vorjahresmonat, sondern auch die größte Julimenge seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 1917.

Zudem übertrafen die US-Butterbestände mit 151 000 t das Vorjahresniveau um 31 %. Das große Angebot blieb, wie in anderen Regionen der Welt auch, nicht ohne Folgen für die Preise. Nachdem Käse oder Milchpulver bereits im vergangenen Jahr kräftig an Wert verloren, ist laut USDA 2016 mit weiteren Abschläge zu rechnen, auch wenn diese bei weitem nicht so stark wie 2015 ausfallen dürften. Für die Erzeugerstufe gehen die Washingtoner Analysten aktuell von einen Durchschnittspreis für Milch aller Klassen von etwa 16,20 $/100 lb (31,81 Euro/100 kg) aus; das wären 5,4 % weniger als 2015. Im kommenden Jahr sollen die Milcherzeugerpreise aber wieder moderat steigen, und zwar im Mittel um 3 % auf 16,65 $/ 100 lb (32,70 Euro/100 kg).

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