1.05.2019 11:24
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Mehr Flexibilität bei Erntehelfern
Mehr Flexibilität beim Einsatz von Erntehelfern in der Landwirtschaft dürfte in Österreich die neue Saisonierskontingent- Verordnung bringen, deren Entwurf kurz vor Ostern vom Wiener Sozialministerium in die Begutachtung geschickt wurde.

Mit der Neuregelung werden die drei bisher einzeln bestehenden Saisoniers-Verordnungen für den Sommertourismus, den Wintertourismus sowie die Land- und Forstwirtschaft in einer Verordnung zusammengefasst. Geplant ist, alle Kontingente an Saisonarbeitern um 4,5% zu erhöhen.

Der Entwurf sieht für die Land- und Forstwirtschaft insgesamt 2'727 Arbeitskräfte vor, während es bisher 2 610 waren. Wichtig aus Sicht der landwirtschaftlichen Betriebe ist es, dass es jetzt eine flexible Regelung gibt. Die Nutzung der Kontingente soll künftig flexibel gestaltet werden, wobei nicht mehr ein Monatsstichtag herangezogen wird, sondern ein Jahresstichtag.

Wie bisher werden für die einzelnen Bundesländer Grundkontingente festgelegt, die aber in den auslastungsstarken Monaten um bis zu 20% überzogen werden dürfen. Die Kontingente müssen aber im Gegenzug in der Nebensaison verringert werden. Zusätzlich soll es 288 flexible Plätze für Erntehelfer geben. Derzeit sind es 275.

Der Österreichische Bauernbund begrüsste den Verordnungsentwurf. Verbandspräsident Georg Strasser verwies in dem Zusammenhang auf die Folgen des Klimawandels, die von der Land- und Forstwirtschaft zu tragen seien. Deshalb müssten auch in diesem Jahr die Feldfrüchte wieder rasch geerntet und das Schadholz aus dem Wald so schnell wie möglich abtransportiert werden. Geschehe das nicht, wäre die Ernte in Gefahr und der Borkenkäfer könnte sich wieder vermehrt ausbreiten, warnte Strasser.

Da es 2018 hier an Arbeitskräften gemangelt habe, sei es für die bäuerlichen Betriebe sehr wichtig, dass sie für dieses Jahr planbare Rahmenbedingungen vorfänden. Bauernbund-Direktor Norbert Totschnig erinnerte an die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Diese hätten gezeigt, dass der Bedarf an zusätzlichen Saisonarbeitskräften auch innerhalb der Landwirtschaft Schwankungen unterliege und in den Saisonspitzen deutlich höher sei als in der Nebensaison.

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