24.06.2013 08:43
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Argentinien
Lieferung eingestellt - Bauern streiken gegen Agrarpolitik
Die Bauern in Argentinien haben vergangene Woche mit einem landesweiten Lieferstreik gegen die Agrarpolitik der Staatsregierung unter Präsidentin Christina Fernandez de Kirchner protestiert. Die Lieferungen von Getreide und Ölsaaten sowie Fleisch wurden ab dem am Samstag vor einer Woche für insgesamt fünf Tage eingestellt.

Nach Angaben der Bauernvereinigung FAA, die gemeinsam mit den Bauernorganisationen SRA, CRA und Coninagro zu dem Streik aufgerufen hatte, wurden am Montag und damit am ersten Handelstag während der Aktion auf dem grössten Viehmarkt der Welt, dem Mercado de Liniers in Buenos Aires, lediglich 38 Tiere angeliefert. Üblicherweise seien es an diesem Wochentag knapp 3'000.

Inlandversorung nicht gefährdet

Im wichtigen Exporthafen Rosario seien am Montag 500 Lastwagen mit Getreide und Ölsaaten angekommen, im Vergleich zu den sonst täglichen 5'000, berichtete die FAA und wertete den Streik als Erfolg. Befürchtungen, die Inlandsversorgung mit Fleisch oder der Getreide- beziehungsweise Sojaexport könnten unter der Massnahme leiden, erfüllten sich laut heimischen Medienberichten nicht.

Das sei auf die vergleichsweise kurze Streikdauer zurückzuführen. Ausserdem hätten die Getreideexporteure im Vorfeld der Aktion deutlich mehr Ware gekauft. Am Viehmarkt von Liniers seien am Freitag vor Protestbeginn mit insgesamt fast 17'700 Rindern fast dreimal so viele Tiere angeliefert worden wie an einem üblichen Freitag.

Exportrestriktionen, steigende Produktionskosten und hohe Inflation

Ziel des Streiks war es gemäss Angaben der Bauernvereinigungen, die Regierung zur Aufnahme von Gesprächen zu bewegen. Bereits seit längerem werden von den Agrarproduzenten Exportrestriktionen und hohe Exportabgaben kritisiert. Weitere Probleme sind die steigenden Produktionskosten und die hohe Inflation. Der Staat geht nach Einschätzung der Bauern zu wenig auf die Interessen der Branche ein.

Sollte die Regierung nicht mehr Gesprächsbereitschaft zeigen, würden dem jetzigen Streik „heftigere“ Aktionen folgen. Landwirtschaftsminister Norberto Yauhar erklärte, er sei grundsätzlich immer offen für Gespräche. Konkrete Ankündigungen machte er allerdings nicht.

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