4.01.2017 06:05
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
USA
Lebensmittelhändler greift Obama an
In den USA sorgt ein Lebensmittelhändler im Bundesstaat New Mexico für Empörung: Er plakatiert vor seinem Laden Sprüche wie «Obama und andere Muslime sind hier nicht erwünscht».

Der Laden in der Kleinstadt Mayhill ist bei den Bewohnern offenbar schon seit längerer Zeit wegen derartiger Vorgänge bekannt. Die Geschichte wurde nun aber weithin publik, nachdem ein Durchreisender einen Fernsehsender auf die Sache aufmerksam machte.

«Tötet Obama»


Der Ex-Angestellte Marlon McWilliams sagte dem Sender KOB, wenn Kunden gegen die Ansichten des Besitzers protestierten, würden sie vor die Tür gesetzt. Der Eigentümer des Ladens greife mit seinen Sprüchen Obama und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an. Schilder wie «Muslime nicht erwünscht» würden sogar an die Kunden verkauft.

Ein weiteres Schild habe in grossen Buchstaben die Aufschrift getragen «Tötet Obama», in kleinen Buchstaben den Zusatz «care» - ein Hinweis auf die in Republikaner-Kreisen verhasste Gesundheitsreform, die nach dem scheidenden Präsidenten gemeinhin Obamacare genannt wird.

Praktizierender Christ


In den sozialen Internetforen löste der Ladenbesitzer in Mayhill aufgeregte Debatten aus. Einerseits gab es Boykottaufrufe gegen den Händler, andererseits wurde die Ansicht vertreten, sein Verhalten sei durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Der Laden steht derzeit zum Verkauf, der Eigentümer war nicht zu erreichen. Die Behauptung, Obama sei ein Muslim, wurde auch auf Wahlkampfveranstaltungen des Republikaners Donald Trump verbreitet, der US-Präsidentschaftswahl gewann.

Obama wurde wegen seines zweiten Vornamens Hussein seit Jahren von politischen Gegnern als heimlicher Muslim bezeichnet. Der Sohn eines Kenianers und einer US-Bürgerin ist praktizierender Christ. Der Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen (CAIR) rief den Eigentümer des Ladens in Mayhill auf, derartige Plakataktionen künftig zu unterlassen. Dies sei «im Interesse des öffentlichen Anstands» und der «nationalen Einheit» erforderlich, sagte CAIR-Sprecher Ibrahim Hooper.

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