4.04.2013 17:23
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Kanada
Kanada: Altersstruktur der Landwirte sorgt für Diskussionen
Nach der Veröffentlichung neuer Zahlen zur Altersstruktur in der Landwirtschaft ist in Kanada eine Diskussion um den Nachwuchs an Farmern entflammt. Nach aktuellen Angaben von Statistics Canada war 2011 jeder zweite Landwirt in dem nordamerikanischen Land 55 Jahre oder älter.

Den Anteil an Farmern im Alter von weniger als 35 Jahren bezifferte die Statistikbehörde auf 8,2%, das durchschnittliche Alter aller Farmer auf 54 Jahre.

Linke werfen Konservativen Untätigkeit vor

Der Agrarsprecher der Nationaldemokratischen Partei (VPD), den kanadischen Sozialdemokraten, Malcolm Allen, beklagte, dass die Zahl der Landwirte unter 35 Jahren in den vergangenen 25 Jahren um mehr als 70 % gesunken sei.  Allen warf der konservativen Regierung Untätigkeit vor. Zudem fehle es den Konservativen an einer Vision für die Landwirtschaft, was das Problem verschärfe.

Dem entgegnete Staatssekretär Pierre Lemieux vom Landwirtschaftsministerium, das das Wachstum des Agrarsektors junge Menschen anziehen werde. Die Hauptsorge der jungen Farmer sei, ob sie mit der Landwirtschaft genug verdienen könnten, um ihre Familie zu versorgen und ihre Kinder grosszuziehen. Das Nettoeinkommen der Landwirtschaft sei 2012 so hoch gewesen wie seit 40 Jahren nicht mehr.

Ältere Bauern wollen noch vom Boom profitieren

Rückendeckung erhielt die Regierung von Farm Credit Canada (FCC), einer staatlichen Institution zur Vergabe von Krediten an die Landwirtschaft und für andere Investitionen im ländlichen Raum. FCC-Vizepräsidentin Faith Matchett wies darauf hin, dass die Junglandwirte einen wichtigen Teil der FCC-Kunden darstellten. Diese hätten 2012 Kredite über fast 2 Mrd. CAD (1,85 Mrd. CHF) aufgenommen.

„Es gibt keinen Mangel an jungen Farmern“, sagte Matchett. Es gebe andere Gründe, warum der Altersdurchschnitt in der Landwirtschaft steige. Wie bei Unternehmern üblich würden auch die Landwirte traditionell nicht früh aus dem Arbeitsleben aussteigen.
Mit den derzeit hohen Agrarpreisen würden sich viele zudem dafür entscheiden, länger die Farm zu bewirtschaften, um den aktuellen Boom noch mitzunehmen.

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