11.10.2019 13:34
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Jungunternehmen erbost Bauern
«Sei schlauer und kein Bauer - nutze die Elektro Power.» Dieser Slogan auf einem Werbebanner wurde für das Start-Up E-leven, das unter anderem E-Roller verkauft, zu einem Desaster.

Die Stimmung unter den Landwirten in Deutschland ist derzeit alles andere als gut. Sie fühlen sich missverstanden und oft an den Pranger gestellt. Am 22. Oktober planen die Bauern eine grosse nationale Aktion, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Ein Unternehmen aus Süddeutschland zeigte sich in den vergangenen Tagen wenig feinfühlig.

Berufsstand diskriminiert

Das Jungunternehmen E-leven ist im Bereich Elektro-Mobilität und Elektro-Förderung tätig. Das Start-Up aus Ludwigsburg verkauft Elektroauto, Elektrochopper oder Elektroroller. Um auf ihre Produkte aufmerksam zu machen, haben das Unternehmen auch Werbebanner platziert. Der dazu gehörende Slogan ist aber mehr als unglücklich. «Sei schlauer und kein Bauer - nutze die Elektro Power», wirbt E-leven für seine Roller.

Der Landtagsabgeordnete von Baden-Württemberg, Karl Rombach (CDU), fand die Sache ganz und gar nicht lustig. Rombach, ausgebildeter Landwirt, wandte sich mit einer schriftlichen Anfrage an die Landesregierung. Er will wissen, ob die aus seiner Sicht diskriminierende Werbung vom Verkehrsministerium des Landes gefördert wird. «Über eine solche Werbung, die einen ganzen Berufsstand diskriminiert, bin ich doch sehr irritiert», sagte der Politiker zur Nachrichtenagentur dpa.

Unternehmen gibt sich reumütig

Denn auf dem Banner ist auch das Logo des Verkehrsministeriums zu sehen. Dort zeigte man sich wenig erfreut darüber. «Wir wussten nichts davon und waren verärgert», sagte ein Sprecher zur «Heilbronner Stimme». E-leven wurde vom Bundesland einmalig mit 5000 Euro gefördert, die Plakate haben aber nichts damit zu tun. «Das Ministerium hat die Werbung mit dem Slogan nicht gefördert. Wir haben beim Unternehmen verlangt, dies klarzustellen», so der Sprecher weiter.

E-leven bedauert die Schaltung der Banner. Es handle sich um «ein ganz unglückliches Wortspiel.» Den Zorn der Bauern bekam das Jungunternehmen zu spüren. Viele Landwirte haben dort angerufen. «Da geht ein riesiger Shitstorm über uns drüber», sagt der Chef des Start-ups. Man habe das Banner am Mittwoch auf- und nach bösen Reaktionen am Donnerstag gleich wieder abgehängt. Und der Chef gibt sich reumütig. «Wir möchten keinem Bauern zu nahe treten und den Berufsstand nicht verunglimpfen», hält er fest. Und das Logo des Landes habe man ohne Wissen des Ministeriums verwendet.

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