23.11.2014 06:29
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
China
Investoren drängen in chinesisches Milchpulvergeschäft
Die stark wachsende Nachfrage für „sichere Säuglingsnahrung“ in China lässt immer mehr in- und ausländischen Investoren in das Geschäft einsteigen.

Wie „China Daily“ berichtete, haben der nach dem Umsatz zweitgrößte Milchverarbeiter in der Volksrepublik, die Yili Industrial Group aus der Inneren Mongolei, und die größte US-Milchgenossenschaft, die Dairy Farmers of America (DFA), Mitte November ein Abkommen über den Bau eines gemeinsamen Milchpulverwerkes unterzeichnet. Dieses soll im US-Bundesstaat Kansas entstehen und jährlich 80 000 t Milchpulver vor allem für den chinesischen Markt produzieren.

Das Gesamtinvestment wird sich auf 100 Mio $ (80 Mio Euro) belaufen, von denen 70 % von DFA und 30 % von Yili getragen werden. Ebenfalls Mitte November kündigte die australische Milliardärin und Bergbauunternehmerin Gina  Rinhart  an, sich stärker im Milchbusiness engagieren zu wollen. Umgerechnet 350 Mio Euro werde das von ihr mehrheitlich gehaltene Molkereiunternehmen Hope Dairies investieren, um spätestens 2016 Babymilchpulver nach China exportieren zu können, teilte sie mit. Dazu sollen etwa 5 000 ha Farmland im Bundesstaat Queensland für 16 000 Milchkühe gekauft werden, um über genügend Rohstoff für die Produktion von 30 000 t Säuglingsnahrung „in pharmazeutischer Qualität“ zu verfügen.

Für alteingesessene Lieferanten der Chinesen, wie die neuseeländische Fonterra oder die europäischen Anbieter, könnte der Wettbewerb also härter werden. Allerdings haben auch diese vielfach schon strategische Kooperationen oder Joint Ventures mit chinesischen Partnern abgeschlossen. Nach Meinung von Experten müssen „die Stücke vom Kuchen“ trotz einer steigenden Anbieterzahl nicht kleiner werden. Schätzungen zufolge lag das Marktvolumen für Säuglingsnahrung in China im vergangenen Jahr bei gut 11 Mrd Euro, und es soll bis 2017 auf 20 Mrd Euro oder mehr steigen.

Auch wenn die Wirtschaft in der Volksrepublik nicht mehr so rasch wie in der Vergangenheit wächst, nimmt dort die Mittelschicht und damit die Nachfrage nach höherwertigen Milcherzeugnissen weiter zu. Dabei erfreut sich nach den Milchskandalen bei heimischen Anbietern vor allem die als sicherer geltende Kindernahrung ausländischer Hersteller größter Beliebtheit.

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