7.09.2014 13:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Brasilien
Indios erklären Holzfällern den Krieg
Ein brasilianischer Indio-Stamm hat eine bewaffnete Truppe zur Bekämpfung der illegalen Waldrodung gebildet. Die Kaapor seien im nordbrasilianischen Bundesstaat Maranhão in den Krieg gegen die Holzfäller getreten, weil die zuständigen staatlichen Stellen nichts unternähmen, um die Zerstörung des Urwalds zu stoppen, erklärte der Häuptling Itahu.

Wie die Zeitung «Folha de São Paulo» am Samstag weiter berichtete, haben um die 150 Kaapor eine bewaffnete Einheit gebildet, die bereits im August 16 Holzfäller bei illegaler Rodung überrascht und gefangen genommen habe. Die Männer seien geschlagen und mit Bein- und Armbrüchen im Urwald wieder freigelassen worden.

«Wir wissen nicht, ob sie überlebt haben», sagte Itahu der Zeitung. Der 32-jährige Häuptling der 2000 Kaapor-Indios erklärte, er habe an der Aktion nicht teilgenommen. Demnächst wolle die Kaapor-Truppe die beiden Wege zerstören, über die Holzfäller in ihr Gebiet eindringen. Justizminister José Eduardo Cardozo ordnete eine Untersuchung der Vorfälle an. In Brasilien leben rund 800'000 Angehörige von Stämmen der Urbevölkerung.

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