25.04.2017 09:47
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Höhere Preise wegen Embargo
Seit Inkrafttreten des Lebensmittelembargos gegenüber westlichen Ländern sind in Russland insbesondere die Preise für Milchprodukte und Süsswaren gestiegen. Die Aufschläge lagen hier deutlich über denen bei Fleisch und anderen Nahrungsgütern.

Laut Berechnungen des Instituts Gaidar an der RussischenAkademie für Volkswirtschaft und Öffentlichen Dienst beim Präsidenten der Russischen Föderation (RANHiGS) erhöhten sich die Preise des „minimalen Verbraucherkorbs“, der sich aus 33 Lebensmitteln zusammensetzt, im Zeitraum von August 2014 bis März 2017 um durchschnittlich 25%.

Mit fast 38% und gut 48% fielen die Teuerungsraten bei Käse und Butter erheblich stärker aus. Auch für Karamellwaren um Biscuits müssen die Konsumenten in Russland mittlerweile deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Preise dafür legten um mehr als die Hälfte beziehungsweise rund 37% zu. Nur etwas über dem Mittelwert beziehungsweise deutlich darunter bewegten sich die Preissteigerungen bei Fleisch: Im Einzelnen verteuerte sich Rindfleisch in der Berichtsperiode um gut 28%, Schweinefleisch um etwa 19% und Hähnchenfleisch um 26%.

Noch weitaus kräftiger fiel das Plus bei den Salatgurken mit 212% aus. Dagegen hatten die russischen Konsumenten für Kartoffeln und Kohl jeweils nur knapp 9 % und für Zwiebeln gut 8 % mehr zu zahlen. Äpfel wurden um 22 % teurer angeboten.

Berechnet wurden vom Institut Gaidar auch die finanziellen Einbussen, die Russland durch die von der Türkei verhängten Handelsbeschränkungen entstanden sind. Die Experten beziffern dieses auf umgerechnet 1,2 Mrd Euro bis 1,4 Mrd Euro. Ankara hatte am 24. März den zuvor angewendeten Präferenzzoll von Null für verschiedene Agrarprodukte aus Russland aufgehoben, so dass für diese seither eine Abgabe von 130% des Einfuhrpreises fällig wird. Dadurch besteht ein Defacto-Importstopp für russischen Weizen, Mais sowie Sonnenblumenöl und -schrot.

Die Wissenschaftler konstatieren, dass es für die Türkei relativ einfach sei, alternative Lieferanten dieser Erzeugnisse zu finden, während es für Russland schwierig sei, dafür neue kaufkräftige Bezieher zu gewinnen.

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