2.07.2013 08:53
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Hochqualitative Nahrungsmittel gibts nicht zu Schleuderpreisen
Dass eine hohe Qualität und der kleinste Preis nicht zusammenpassen, wenn es um gesunde und sichere Nahrungsmittel geht, hat der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Gerhard Wlodkowski, noch einmal eindringlich deutlich gemacht.

„Wer sichere und hochqualitative Nahrungsmittel will, bekommt diese nicht zu Schleuderpreisen. Und wer von den heimischen Landwirten die Einhaltung immer höherer Standards in der Pflanzen- und Tierproduktion verlangt, muss dafür auch die Kosten tragen“, erklärte Wlodkowski mit Blick auf den jüngsten Preisvergleichdurch das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat), der unter anderem ergab, dass Österreich im EU-Vergleich - gemessen an seiner Kaufkraft - nach wie vor eines der günstigsten Länder beim Einkauf von Lebensmitteln ist.

10,4% für Lebensmittel

Die immer wieder zitierten Billigstpreise aus Nachbarländern in der Europäischen Union seien alles andere als ein erstrebenswertes
Ziel, wenn man die jüngsten Lebensmittelskandale noch im Gedächtnis habe, so der Kammerpräsident. Lebensmittel seien heute so billig wie noch nie, obwohl die Ansprüche und Standards in Sachen Umwelt-, Tier- und Pflanzenschutz ständig stiegen und die bäuerlichen Produzentenpreise in der Lebensmittelkette immer wieder auf der Strecke blieben.

Dabei seien Lebensmittel in der Alpenrepublik noch nie so sicher gewesen wie heute, und noch nie hätten die Österreicher dafür so wenig ausgeben müssen. Eine Auswertung des deutschen Statistischen Bundesamtes zeige beispielsweise, dass der Anteil der Nahrungsmittel an den Konsumentenausgaben in Österreich mittlerweile bei 10,4 % liege - eine Quote, die nur noch von der Schweiz mit 9,27 %, Grossbritannien mit 9,3 % und Irland mit 9,9 % unterschritten werde.

Bauern brauchen faire Preise

„Billige Lebensmittel und faire Bauernpreise sind nicht unter einen Hut zu bringen“, stellte Wlodkowski klar. Tatsache sei, dass der Wertschöpfungsanteil der Landwirtschaft in der gesamten Lebensmittelkette gesunken sei. Während dieser vor rund 15 Jahren noch knapp ein Drittel erreicht habe, sei es heute weniger als ein Viertel.

Zu den „Teuerungen“ bei Lebensmitteln trügen jedoch nicht nur witterungsbedingte Ernteschwankungen und eine steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt bei, sondern vielfach auch hausgemachte Ursachen. Das reiche von Produktions-, Sicherheits- und Hygienestandards, die in Österreich oft weit über das EU-Niveau hinausgingen, bis hin zu freiwilligen Programmen, die auf Wunsch von Verarbeitern, Handel wie auch Verbrauchern durchgeführt würden und entsprechende Auswirkungen auf die Preisgestaltung hätten.

Kaufkraftparität miteinbeziehen

Umso unnötiger seien Preisvergleiche, die kontinuierlich in den Medien immer wieder für Schlagzeilen sorgten, kritisierte der Kammerpräsident. Diese verstärkten beim Verbraucher das Gefühl, zu viel für Lebensmittel auszugeben, obwohl häufig die Kaufkraftparitäten in den einzelnen EU-Ländern nicht berücksichtigt würden. Typischerweise seien die Nahrungsmittelpreise in kaufkraftschwächeren Ländern niedriger und umgekehrt.

Für Österreich bedeute dies einmal mehr, dass hier die Preise für Lebensmittel - gemessen an der Kaufkraft - nach wie vor zu den günstigsten in Europa zählten und die heimischen Konsumenten so wenig wie noch nie für hochwertige Lebensmittel aufwenden müssten.

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