8.12.2017 17:04
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Güllenotstand - Erdlager erlaubt
In Norddeutschland sind die Böden aufgrund der nassen Witterung völlig durchnässt und nicht befahrbar. Die Güllekästen sind voll. Um das Problem in den Griff zu kriegen, dürfen die Landwirte in Schleswig- Holstein provisorische Lagerbecken für Gülle errichten.

Die Situation im Norden von Deutschland spitzt sich zu. Das nasse Wetter verunmöglichte ein Ausbringen der Gülle auf die Felder, somit konnten die Lager für die Wintermonate nicht geleert werden. Aktuell ist das Ausbringen nicht erlaubt – es ist Sperrzeit.

Die Gülle und Gärrückstände aus Biogasanlagen konnten vor den Sperrzeiten nicht ausgebracht werden. Die Lagerkapazitäten allmählich knapp, die Landwirte steuern auf eine akute Entsorgungsnot bei der Gülle zu, schreibt agrarheute.com. Die Güllekästen drohen überzulaufen. Das Umweltministerium von Schleswig- Holstein hat nun eine Notlösung beschlossen: Bauern dürfen in den kommenden Monaten auf Antrag per Notfallgenehmigung provisorische Lagerbecken für Gülle errichten.

Diese Erdlager sind nur kurzzeitig erlaubt und Landwirte müssen sie auf eigene Kosten zurückbauen, schreibt der «NDR». Zudem gilt es auch die Gewässerschutzbedingungen einzuhalten, deshalb werden Spezialfolien eingesetzt. Innerhalb von sechs Monaten müssen die Lager wieder zurückgebaut werden. Der Bauernverband Schleswig-Holstein lobte die Entscheidung des Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Er habe die Probleme erkannt und sich sehr um eine pragmatische Lösung bemüht, so der Verband.

In Zukunft dürften sich Wettersituationen wie in diesem Jahr wiederholen. Damit wird auch das Ausbringen der Gülle erschwert. Umweltminister Habeck fordert deshalb, dass die deutsche Regierung die Düngeverordnung anpasst. Die Bauern sollen Gülle-Lagerkapazitäten nicht mehr für nur sechs, sondern für neun Monate vorweisen können. Der Bauernverband sieht auch Handlungsbedarf. Viele kleine Betriebe könnten aber solche Güllekästen nicht finanzieren. Deshalb soll Schleswig-Holstein ein Förderprogramm beschliessen. Dem erteilte der Minister aber eine Absage.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern spitzt sich die Lage zu. Agrarminister Till Backhaus (SPD) befürchtet, dass bei den Landwirten die Kapazitäten zur Lagerung von Gülle in diesem Jahr nicht ausreichen. Er empfiehlt den Bauern, sich um Lagerkapazitäten zu bemühen. Im Gegensatz zu Schleswig-Holstein unterstützt Mecklenburg-Vorpommern den Bau von Güllekästen mit einem Förderprogramm.

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