11.08.2017 10:26
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
EU
Gipfeltreffen zu Eier-Skandal
Im Skandal um mit Fipronil belastete Eier will die EU eine Krisensitzung einberufen. EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis erklärte am Freitag, er habe ein Treffen der zuständigen Minister sowie Behördenvertreter der betroffenen Länder vorgeschlagen.

Das Treffen soll am 26. September stattfinden, wie ein Kommissionssprecher am Freitag sagte. «Es bringt uns nicht weiter, wenn einer dem anderen den Schwarzen Peter zuschiebt. Ich will das stoppen», sagte Vytenis Andriukaitis. Vom Eier-Skandal sind mittlerweile 15 europäische Länder betroffen.

Millionen belastete Eier

Andriukaitis erklärte, er habe bereits mit den zuständigen Ministern in Deutschland, Belgien und den Niederlanden gesprochen. Diese drei Länder sind vor allem betroffen: In Belgien wurde offenbar ein für die Nutztierhaltung zugelassenes, rein pflanzliches Desinfektionsmittel mit dem für die Nutztierhaltung verbotenen Fipronil gemischt.

Das Mittel wurde von einer niederländischen Firma in zahlreichen Ställen in den Niederlanden eingesetzt. Millionen belastete Eier wurden nach Deutschland verkauft - und von dort weiter in andere Länder.

«Alle Einzelheiten aufklären»

«Wir müssen in allen Einzelheiten aufklären, was passiert ist», erklärte Andriukaitis. «Wir brauchen eine umfassende Analyse dieses Falls.» Die Experten müssten herausfinden, wo die Probleme entstanden seien - «damit wir uns hinsetzen und über Lösungen und Folgen sprechen können».Mitgliedstaaten machen sich bereits gegenseitig schwere Vorwürfe: Belgien wirft den Niederlanden vor, erste Hinweise über den Einsatz von Fipronil in Hühnerställen Ende 2016 nicht weitergegeben zu haben, der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt kritisierte das Krisenmanagement Belgiens und der Niederlande. Die Informationen seien zu langsam und zu spärlich geflossen.

EU-Kommissar Andriukaits betonte, die Lebensmittelsicherheit in der Union sei eine der höchsten der Welt, das System sei «gut». Nun müssten die Mitgliedsländer zusammenarbeiten, um die nötigen Lehren aus dem Skandal zu ziehen. «Statt Energie mit gegenseitigen Schuldzuweisungen zu verlieren, sollten wir in die Zukunft schauen.»

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