20.12.2015 15:53
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
Geringere Klimabelastung durch Rinder
Die australische Produktion von Fleisch und Milch belastet das Klima weniger stark als bisher angenommen.

Wie die halbstaatliche Wissenschaftseinrichtung Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) am Montag vergangener Woche mitteilte, entspricht die jährliche Methangasemission der Rinder laut neuesten Forschungsergebnissen etwa 12,6 Mio t CO2-Äquivalent; das sind 24 % weniger als bisher unterstellt worden waren.

Achtjähriges Forschungsprogramm

Der auf rund 15 % veranschlagte Beitrag der Landwirtschaft zu den freigesetzten Treibhausgassen in Australien müsse nun nach unten korrigiert werden, betonte der CSIRO-Agrarwissenschaftler Ed Charmley. Durch internationale Vergleichswerte habe schon länger der Verdacht bestanden, dass der Klimagasausstoss der australischen Rinder und Schafe überschätzt worden sei. Das habe sich nun durch die jüngsten wissenschaftlichen Ergebnisse bestätigt, erläuterte der Experte.

Diese beruhen zum einen auf der Auswertung von Forschungsvorhaben, die in den vergangenen acht Jahren im Rahmen des Programms vom Meat and Livestock Australia (MLA) zur Verringerung des Methanausstosses durchgeführt wurden. Zum anderen wurden die Emissionswerte von rund 1'000 Kühen verschiedenster Rassen in modernen Klimakammern exakt ermittelt.

Fleischkühe auf der Weide

Die geringere Freisetzung von Methangas insgesamt ergibt sich auch dadurch, dass im Unterschied zu früheren Kalkulationen Milchkühe mit intensiver Zufütterung und einem höheren Ausstoss je Tier weniger stark gewichtet wurden als die Fleischkühe von der Weide, die in weiten Teilen Australiens die übliche Haltungsform sind.

Der für technischen Fortschritt zuständige MLA-Experte Matthew McDonagh wies darauf hin, dass die australische Fleischbranche schon lange an einer Reduzierung der Methangasemissionen gearbeitet habe. Dadurch sei es gelungen, den Ausstoß je Kilogramm erzeugtem Fleisch in den vergangenen 30 Jahren um 14 % zu senken.

Australiens Farmer arbeiten klimafreundlich

Der Bauernverband in Australien (NFF) begrüsste unterdessen das in Paris verabschiedete globale Klimaschutzabkommen und betonte die Bereitschaft der Farmer zu weiteren Reduktionsmaßnahmen. NFF-Präsident Brent  Finlay wies gleichzeitig darauf hin, dass die Landwirte bereits „einen signifikanten Beitrag zur australischen Treibhausgasreduzierung“ beigesteuert hätten.

Fragen des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit hätten längst Eingang in die Unternehmensführung gefunden. Durch neue Bewirtschaftungsformen werde mehr Kohlenstoff im Boden gebunden, und es seien die Energieeffizienz verbessert sowie emissionsärmere Produktionsverfahren in Ackerbau und Viehzucht angewendet worden, erklärte Finlay.

Nach seiner Auffassung sind weitere Investitionen der Regierung in Wissenschaft und Innovation der Schlüssel zur Erreichung noch höherer Reduktionsziele in der Landwirtschaft. "Es ist nötig, wissenschaftliche Erkenntnisse zur Emissionsverringerung in kostengünstige landwirtschaftliche Praktiken zu überführen und die Farmer zu ermutigen, Investitionen in die Energieeffizienz und die Nutzung von erneuerbaren Energiequellen zu tätigen“, betonte der Bauernpräsident. Zudem müssten die besten verfügbaren Klimainformationen zur Verfügung stehen, damit saisonale und längerfristige Anbauentscheidungen getroffen und Bewirtschaftungssysteme entwickelt werden könnten, die „am besten für unser Klima geeignet sind“.

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