21.06.2013 09:40
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Französische Futtermittelindustrie sorgt sich um Tierhalter
Die schwierige wirtschaftliche Lage der französischen Tierhalter schlägt auch auf die Futtermittelhersteller durch. Der französische Dachverband der privaten Mischfutterhersteller (SNIA) zeigte sich auf seiner Jahresversammlung in Paris besorgt um die Zukunft der heimischen Tierhaltung und befürchtet Einbussen für seine Mitgliedsunternehmen.

SNIA-Präsident Alain Guillaume forderte die Verbandsmitglieder auf, weiterhin alles dafür zu tun, um die Rentabilität der Tierhaltung zu verbessern.

Skepsis gegenüber Agrarministerium

Zudem zeigten sich die Futtermittelhersteller misstrauisch gegenüber den Agrarumweltzielen von Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll, zu denen der „Plan für Eiweisspflanzen“, der „Plan für Energie, Biogas und Stickstoffautonomie“ (EMAA) sowie das Vorhaben zur Entwicklung einer nachhaltigen Bienenzucht zählen. Der Minister will ausserdem den Zukunftsplan für die Biolandwirtschaft (Ambition Bio 2017) umsetzen und mit einem weiteren Programm bis 2018 den Pflanzenschutzmitteleinsatz um die Hälfte verringern (Ecophyto 2018).

Die SNIA-Mitglieder sprachen sich stattdessen für einen Ausbau der landwirtschaftlichen Betriebe aus. Darüber hinaus forderte Guillaume, die Tierhaltung vollständig von der Umweltsteuer zu befreien.

Regierung will mehrere Systeme nebeneinander

Der Fachberater für die Bereiche Tier und Ernährungsindustrie im Pariser Agrarressort, Jean-Guillaume Bretenoux, machte deutlich, dass die Tierhaltung landesweit erhalten werden sollte. Ziel sei es, dass mehrere Systeme nebeneinander existierten. „Es gibt nicht das eine Modell, das sich durchsetzen soll“, stellte Bretenoux klar und versicherte, dass dies auch eine Rolle bei der Ausarbeitung der Agrarumweltpolitik gespielt habe. Le Foll habe nichts gegen grosse Tierhaltungsanlagen.

In Richtung der SNIA gab der Fachberater zu bedenken, dass auch die Futtermittelindustrie eine Rolle in der Agrarumweltpolitik zu spielen habe, etwa bei der Versorgung der landwirtschaftlichen Betriebe.

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