23.05.2013 09:41
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Frankreich: Trotz hoher Arbeitslosenzahl finden Bauern keine Mitarbeiter
Trotz weiter steigender Arbeitslosenzahlen in Frankreich fällt es den Landwirten immer schwerer, die offenen Stellen zu besetzen. Wie der französische Pressedienst Agra Presse berichtete, sind rund 70'000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft zu besetzen.

Die Übernahmequote am Ende der Ausbildung liege bei 93%. Das Problem sei jedoch, dass sich die Kandidaten „nicht aufdrängen“, was zunehmend Besorgnis hervorrufe. Angesichts der Schwierigkeit, Mitarbeiter einzustellen, würden lokale Stellenanzeigen manchmal mit Kandidaten aus dem Ausland besetzt, beispielsweise aus Polen oder Spanien, wie die Arbeitsverwaltungen vor Ort schilderten.

Agrarminister will Arbeitsplätze fördern

Beispielsweise sei in Indre-et-Loire zwischen den Arbeitsverwaltungen und der Landwirtschaftskammer eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden, um die Einstellungsprobleme zu beheben, die es insbesondere im Weinbau gebe. Potentielle Kandidaten hätten ihre Zurückhaltung mit den Beschwerlichkeiten begründet, die eine landwirtschaftliche Tätigkeit mit sich bringe.

Landwirte haben aber offenbar nicht nur Schwierigkeiten, Mitarbeiter für Arbeiten auf den Feldern zu finden, sondern auch qualifiziertes Personal für die zunehmend technischen Tätigkeiten. Um die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern, hatte Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll Anfang Mai gemeinsam mit 15 Verbänden aus der Land- und Ernährungswirtschaft sowie dem Forstbereich eine „Charta für Beschäftigung im ländlichen Raum“ unterzeichnet.

3,32 Millionen Arbeitslose

Im März wurden in Frankreich 3,22 Millionen Arbeitslose registriert und damit so viele wie seit Januar 1997 nicht mehr. Die Zahlen werden alle drei Monate erhoben. Unterdessen gab am Dienstag vergangener Woche der französische Senat grünes Licht für die Arbeitsmarkt-Reform von Staatspräsident François Hollande, die im Januar von den Sozialpartnern ausgehandelt worden war.

Das Gesetz sieht unter anderem vor, Lohn- und Arbeitszeitverhandlungen in die Unternehmen zu verlegen sowie Erleichterungen für betriebsinterne Versetzungen oder höhere Sozialabgaben für sehr kurze Zeitverträge von einem bis drei Monaten Dauer.

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