15.01.2020 10:05
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
Feuer treffen Landwirte hart
Die Wald- und Buschbrände in Australien richten auch in der Landwirtschaft immer grössere Schäden an. Das genaue Ausmass der Verluste an Gebäuden, Maschinen und Tieren in den hauptsächlich betroffenen Bundesstaaten New South Wales und Victoria ist noch nicht ansatzweise bekannt, doch scheinen vor allem Milchvieh-, Rinder- und Schafhalter in der milchstarken Region betroffen zu sein.

Presseberichten zufolge sind tausende Rinder und Schafe infolge der Brände verendet oder mussten aufgrund der Verletzungen eingeschläfert werden. Auf hunderten Farmen soll es Brandschäden geben. Betroffene Milcherzeuger haben zudem das Problem, ihr verbliebenes Vieh füttern oder die Milch zur Molkerei bringen zu müssen.

Viele Transportwege sind gesperrt und unpassierbar. Zudem ist das Futter auf den Weiden verbrannt. Der Bauernverband in Victoria (VFF) organisiert mit Unterstützung der Landesregierung die Verteilung von Futterspenden wie Heu oder Wasser sowie die Vermittlung von Futterflächen oder ganzen Ställen für betroffene Landwirte.

Für die australische Milchwirtschaft werden Produktionsausfälle erwartet, denn die von den Waldbränden betroffenen Regionen stehen für rund ein Drittel der Milcherzeugung des Landes. Diese war bereits in den vergangenen zwei Jahren wegen der Dürre spürbar rückläufig gewesen und auf langjährige Tiefstände gesunken. Im Dezember, noch vor den ganz grossen Bränden, ging der Branchenverband „Dairy Australia“ für 2019/20 von einem Rückgang der Milcherzeugung gegenüber der Vorsaison um 3% bis 5% auf 8,3 Mrd. l bis 8,5 Mrd. l aus. Nun könnte das Minus laut Schätzungen doppelt so hoch ausfallen.

Australiens Landwirtschaftsministerin Bridget McKenzie sicherte den betroffenen Landwirten zu, dass „die australische Regierung bereitstehe, um zu helfen“. Aufgrund der grossen Schäden werde beispielsweise der Wiederaufbau der Infrastruktur eine langfristige Aufgabe sein. Die Präsidentin des Nationalen Bauernverbandes (NFF), Fiona Simson, betonte, dass die Farmer jetzt sofortige Hilfe von allen Regierungsebenen benötigten, um das Vieh am Leben zu halten.

„In erster Liniemüssen wir sicherstellen, dass wir über ausreichende Futter- und Wasservorräte sowie Zufluchtsorte für Nutztiere verfügen“, erklärte Simson. Danach müsse es darum gehen, die Landwirte und betroffenen Gemeinden wieder auf die Beine zu bringen.

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