22.04.2017 07:15
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Südafrika
Farmer verlieren Vertrauen in Justiz
In Südafrika werden im Jahr über 150'000 Nutztiere gestohlen. Wobei viele Viehdiebstähle in neuerer Zeit von den Besitzern gar nicht mehr gemeldet werden, weil sie den Glauben an die Justiz verloren haben. Ob eine neue Statistik weiterhilft?

Die südafrikanische Polizei will neu die Statistik der Viehdiebstähle vierteljährlich publizieren - wie alle anderen Kriminalstatistiken. Bis jetzt wurden die Diebstähle von Nutztieren nur jährlich publiziert. Willie Clark, Chef des nationalen Forums für Viehdiebstahls-Prävention (NSTPF) in Südafrika, war die bloss jährliche Publikation schon lange ein Dorn im Auge.

So konnten Veränderungen jeweils erst im Nachhinein nachvollzogen und keine konkreten Aktionen eingeleitet werden. Leidtragende seien immer die Farmer und Rancher, denn die Polizei helfe wenig, sagte Clark gegenüber der Fachzeitschrift Farmers Weekly. Nun könnten je nach Region aus den Zahlen Massnahmen abgeleitet werden. In den Regionen Eastern Cape, Free State und KwaZulu-Natal sind die Zahlen steigend.

Die Publikation der Kriminalstatistiken von Südafrika zeigt auf, dass seit 1994 jedes Jahr zwischen 150'000 und 200'000 Nutztiere gestohlen werden. Viele Viehdiebstähle werden in neuerer Zeit von den Besitzern gar nicht mehr gemeldet, weil diese den Glauben an die Polizei und die Justiz verloren haben und davon überzeugt sind, dass eine Anzeige sowieso nichts bringe. Im Jahr 2011 seien 36% der Viehdiebstähle nicht angezeigt worden, im Jahr 2016 gar 71%, berichtet das Nationale Forum für Viehdiebstahls-Prävention.

Die südafrikanische Gesellschaft für Nutztiere SASAS erkennt im Ausmass der Viehdiebstähle gar eine Bedrohung der Lebensmittelversorgung und der Tiergesundheit durch Seuchen. Ohrmarken und Brandstempel würden oft entfernt oder unkenntlich gemacht, so dass nur DNA-Profile weiterhelfen könnten.

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