2.09.2015 11:36
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
Farmer sammeln für Freihandelsabkommen
Von den positiven Wirkungen des im Juni 2015 ausgehandelten Freihandelsabkommens mit China sind die australischen Landwirte fest überzeugt. Nach Angaben des nationalen Bauernverbandes (NFF) ist jedoch die eigentlich für das Jahresende vorgesehene Vertragsratifizierung gefährdet.

Sollte das Abkommen 2016 nicht in Kraft treten, würde das die Farmer durch ausbleibende Zollsenkungen und Wettbewerbsnachteile 300 Mio. AUD (203 Mio. Fr.) kosten, warnte Bauernpräsident Brent Finlay. Negativ betroffen wären vor allem die Milch- und Fleischproduzenten.

Der Grund für die mögliche Verzögerung ist der Wiederstand von Gewerkschaften, die einen Verlust von Arbeitsplätzen befürchten, wenn grosse chinesische Unternehmen in Australien nach dem Inkrafttreten des Abkommens „billige“Arbeitskräfte aus der Volksrepublik „importieren“. Um die politische Stimmung im Land vor der entscheidenden Parlamentsabstimmung zu beeinflussen, will der australische Bauernverband nun eine Kampagne für das Freihandelsabkommen starten und bittet dafür auch um Spenden.

Herausgestellt werden soll unter anderem, dass die landwirtschaftlichen Exporte im Wert von rund 42 Mrd. AUD (28,3 Mrd. Fr.) wesentlich zur Wirtschaftsleistung Australiens beitragen. Rund 9 Mrd. AUD (6,08 Mrd. Fr.) davon entfielen zuletzt allein auf das Chinageschäft. „Die Farmer leisten viel für unser Land und wir müssen sicherstellen, dass sie bei solch wichtigen Fragen wie dem Freihandelsabkommen mit China und den damit verbundenen Chancen für den ländlichen Raum unterstützt werden“, betonte Finlay.

Nach seiner Auffassung ist die Angst der Gewerkschaften vor Arbeitsplatzverlusten unbegründet, denn im Agrar- und Ernährungssektor würden durch das Abkommen viele neue Jobs entstehen, was auch den Kommunen im ländlichen Raum zugutekommen werde.

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