18.01.2016 12:37
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
F: Vorwürfe von Preisabsprachen
Die verschiedenen Runden Tische, die Frankreichs Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll im vergangenen Sommer einberief, um den Preisverfall bei Milch und Schweinefleisch aufzuhalten, könnten ein wettbewerbsrechtliches Nachspiel haben.

Wie eine Sprecherin der Europäischen Kommission am vergangenen Montag gegenüber Agra-Europe bestätigte, wurde eine Untersuchung eingeleitet - wegen eingegangener Beschwerden. Zu weiteren Details wollte sich die Sprecherin nicht äussern.

Laut Recherchen des französischen Informationsdienstes Agra-Presse erfragte die Brüsseler Behörde bei sämtliche Branchenorganisationen, die an den Treffen zum Zweck von Preissteigerungen teilgenommen hatten, bis Mitte Februar weitere Informationen und Dokumente. Sollte die Kommission bei Prüfung dieser Unterlagen Hinweise auf Preisabsprachen finden, könnte Vertretern der französischen Milch- und Fleischwirtschaft ein Verfahren mit eventuellen Strafzahlungen ins Haus stehen.

Unter anderem hatte eine durch Le Foll vermittelte Vereinbarung im Sommer zu einer Anhebung der Schlachtschweinenotierung auf 1,40 Euro/kg (1,53 Fr./kg SG) Schlachtgewicht (SG) geführt. Das Pariser Landwirtschaftsministerium scheint als Behörde von der Untersuchung allerdings nicht betroffen. Der Präsident des französischen Bauernverbandes (FNSEA), Xavier Beulin, bestritt gegenüber Agra-Presse, dass Mindestpreise eingefordert worden seien.

Die marktführenden Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen Cooperl und Bigard hätten die Marke von 1,40 Euro/kg SG ohnehin nicht eingehalten. Der FNSEA habe vom Handel lediglich verlangt, die mit ihren Zulieferern am Beginn des vergangenen Jahres ausgehandelten Konditionen nicht in Frage zu stellen.

Beulin zeigte sich von den Brüsseler Nachforschungen überrascht. Schliesslich befinde sich die Tierproduktion in einer schweren Krise, während es gleichzeitig keine ausreichenden Politikinstrumente mehr gebe, um die Märkte zu regulieren und gegenzusteuern. Jedes Land müsse versuchen, seine Lösungen zu finden.

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